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"Unsere Arbeit trägt Früchte ..." - 26.07.10
"Nichts ist mehr wie vorher" - Temesgen Kebede, verleiht seinen Worten kurz Nachdruck, dann zeigt sich ein sonniges Lächeln in seinem Gesicht. Der stellvertretende Caritas Direktor der Diözese Meki in Äthiopien hat viel über die Veränderungen in der Region Meki, 130 Km von Addis Abeba, zu erzählen und das bereitet ihm Freude. Die Diözese Meki ist zwei Mal so groß wie Österreich, rund sieben Millionen Menschen leben dort in einer ländlichen Struktur. Lebenswichtigstes Gut sind ihre Felder. Vor mehr als einem Jahrzehnt startete beispielsweise die Caritas vor Ort in der Nähe des Zway-Sees ein kleines Hilfsprojekt, das die Lebenssituation der Bevölkerung vor Ort verbessern sollte.
Was damals im Kleinen gesät wurde, trägt heute buchstäblich Früchte: "Wie eine Katze sich in den Schwanz beißt, ähnlich war die Situation früher", berichtet Michael Zündel, Bildungsreferent der Auslandshilfe der Caritas, der die Projekte in Äthiopien immer wieder selbst besucht hat: "Die Felder waren trocken und unbebaut, Essen und damit Sicherheit für die ländliche Bevölkerung gab es nur in einem beschränkten Rahmen. Jetzt, 13 Jahre später, gibt es Bewässerungssysteme für den Gemüseanbau. Die Bauern können in weiterer Folge ihre Ernten zu einem guten Preis verkaufen, ihren Kindern wird ermöglicht, zur Schule zu gehen; auch die Wohnsituation konnte verbessert werden.
"We are in progress" - wir sind "im Gange", sinnbildlich für das "Fortschreiten", sagt Abba Temesgen stolz und das mit Recht: Viele Bauern sind heute nach einem Genossenschaftsprinzip organisiert, betreut durch die Caritas vor Ort. Ein Geben und Nehmen, das auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe, der Bereitschaft etwas für sich und andere zu tun und zu verändern beruht. Kurz gesagt, für die Menschen in Meki ein völlig neues Lebensgefühl, das sich durch die gesamte gesellschaftliche Struktur wie ein roter Faden zieht. "Heute sehe ich lachende Gesichter und Menschen, die arbeiten und abends glücklich nach Hause gehen. Kinder und Jugendliche, die eine Chance auf Bildung bekommen, Babys, die eine Chance auf ein Leben erhalten".
Die Projekte ziehen mittlerweile weite Kreise: "Immer mehr Menschen stellen Anfragen, wollen teilnehmen und lernen. Die Jugend soll noch stärker angesprochen werden. Den wachsenden Herausforderungen, die hier entstehen, stellen wir uns - das nötige Know-how und die Begleitung bekommen wir durch die Caritas und die Menschen hier in Vorarlberg, ohne deren finanzielle Unterstützung wir nicht soweit gekommen wären", fährt er fort. Noch bis Ende des Monats wird der stellvertretende Caritas Direktor in Österreich bleiben, um wie er sagt "noch mehr Informationen, Ideen zu sammeln und zu diskutieren und vor allem das Leben und die Menschen hier kennen zu lernen".
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