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"Wir sind alle eine große Familie" - 26.01.12
Dank der Kinderkampagne der Caritas im Februar wird auch in Armenien möglich, was in Vorarlberg selbstverständlich ist: Kinder mit Behinderung zu betreuen und zu fördern.
Sofia Petrossjan wiegt ihren dreizehnjährigen, mehrfach behinderten Sohn liebevoll in den Armen. Der Bub genießt die körperliche Nähe und lächelt seine Mama an. Der Alltag der Familie zeigt auf, wie schwierig das Leben in Armenien sein kann: Gemeinsam mit der Großmutter sowie ihren drei Kindern lebt die Familie in einer Wohnung mit zwei Zimmern. Die Winter sind extrem kalt, die Sommer heiß, und die Wohnräume nur sehr schlecht isoliert. Viele Menschen haben sich die Fenster aus Plastikabfällen zusammen gezimmert. Wer Glück hat, verfügt über einen Kanonenofen. Verbrannt wird dabei alles, bis hin zum Restmüll. "Als mein erstes Kind mit einer Behinderung geboren wurde, war ich schon verzweifelt", erzählt Sofia Petrossjan, "aber ich habe beschlossen es zu behalten."
Kinder mit Behinderung haben es in Armenien sehr schwer. In der Gesellschaft sind sie so gut wie gar nicht anerkannt. Sie werden kaum gefördert, oft ist der Fernseher ihre wichtigste "Bezugsperson". In Gyumri, der zweitgrößten Stadt Armeniens, ist die Situation eine andere: Dort entstand mit Unterstützung der österreichischen Caritas eine Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit Mehrfachbehinderungen: Übersetzt heißt der Name des Zentrums so viel wie "kleine Sonne" und bringt den betroffenen Familien tatsächlich Licht in ihr oft so düsteres Leben. In diesem Zentrum werden inzwischen 30 Kinder und Jugendliche betreut. In der Tagesstätte erlernen die Kinder mittels verschiedenster Therapien das selbstständige Bewältigen alltäglicher Abläufe: ohne Hilfe essen oder sich zu waschen.
Ziel der Tagesstätte ist es, den Kindern und Jugendlichen ein möglichst eigenständiges Leben zu ermöglichen und gleichzeitig auch die Eltern zu entlasten. Diese beteiligen sich gerne auch an anfallenden Arbeiten, helfen beim Kochen der Mittagsmahlzeiten und schätzen auch den Austausch mit anderen Eltern. "Das Tageszentrum ist nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern wichtig", erläutert beispielsweise Karine Galstjan. "Jede Mutter hat ihren eigenen Schmerz und kann hier darüber reden. Das verbindet. Wir sind alle eine große Familie." Die Tagesstätte ist inzwischen ein Vorzeigeprojekt für ganz Armenien geworden.
Helfen auch Sie, gemeinsam mit der Caritas Vorarlberg, das Angebot für Kinder mit Behinderung in Armenien zu erweitern:
Spendenkonto: 40.006, Raiffeisenbank Feldkirch (BLZ 37422), Kennwort: Kinderkampagne
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