Dürre Ostafrika

2011

Zwei Regenperioden in Äthiopien, Kenia und Somalia sind ausgefallen. Die Folge ist die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt. Das internationale Caritas-Netzwerk ist vor Ort im Einsatz, um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Caritas Österreich hat 100.000  Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

Das Internationale Caritas-Netzwerk ist in Äthiopien, Kenia und Somalia direkt vor Ort. 10 Millionen Menschen - davon die Hälfte Kinder - sind von der Dürrekatastrophe betroffen. Die Caritas unterstützt hunderttausende von ihnen mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Eines der dringendsten Probleme ist die akute Mangelernährung. Im Nordosten Kenias etwa ist ein Drittel der Menschen stark unterernährt. Die Caritas verteilt als Notmaßnahme Lebensmittelpakete mit Mais, Bohnen, Salz und Öl.

In einigen Regionen in Kenia und Äthiopien sind 60% der Viehherden verendet. Für viele Viehbauern und deren Familien bedeutet das den Verlust ihrer Lebensgrundlage und damit bittere Armut. Die Caritas hilft diesen Bauern, ihr Vieh am Markt zu verkaufen - mit dem Erlös werden Lebensmittel gekauft. 

Hohe Lebensmittelpreise verschärfen die Situation
Seit Monaten steigen die Preise für die knappen Grundnahrungsmittel Mais und Hirse - teils auf das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr. In einer ohnehin dramatischen Situation für die Menschen in Ostafrika verschlimmern die hohen Lebensmittelpreise den Hunger weiter. 

Die Caritas verteilt an die hungernde Bevölkerung in Äthiopien, Kenia und Somalia Trinkwasser und Nahrungsmitteln. In Somalia werden beispielsweise 1.200 schwer unterernährte Kinder mit speziellen Lebensmitteln versorgt. 

Die Caritas Vorarlberg bittet daher im Rahmen der diesjährigen Hungersammlung dringend um Ihre Spende!

Caritas-Spendenkonto: 
Raiffeisenbank Feldkirch
BLZ 37422, Kto.Nr. 40.006
Kennwort: Sammlung gegen dem Hunger
 

Aktuelle News Oktober 2011

• UN-Schätzungen zufolge sind am Horn von Afrika nun über 13 Millionen Menschen von der Hungerkatastrophe betroffen, etwa 750.000 sind vom Tod bedroht. Besonders dramatisch ist die Lage in Somalia, wo die islamistische Shebab-Miliz internationalen Hilfsorganisationen den Zugang zu den Notleidenden verwehrt.

• Dürre und Flut: Von Oktober bis Dezember soll die Regenzeit den ersehnten Regen bringen, der die Savanne wieder grünen lassen soll. Die extremen Wetterlagen - eine Folge des Klimawandels - bewirken auch regionale Überschwemmungen. Aktuellen Berichten zufolge ist der Regen in manchen Teilen Äthiopiens so stark, dass die ausgedörrte Erde die großen Mengen an Wasser nicht aufnehmen kann und Überflutungen die Folgen sind. In der Region entlang des Wabishabelle Rivers im Südosten des Landes sind beispielsweise über 18.000 Menschen von den Überflutungen betroffen. Dementsprechend kann zu diesem Zeitpunkt noch keine Entwarnung gegeben werden: 

- Auch wenn in manchen Landstrichen der ersehnte Niederschlag inzwischen eingetreten ist, so dauert es einige Wochen, bis das nachwachsende Gras ausreichend Nährstoffe und Energie für die Herdentiere zur Verfügung stellen kann
- Wie oben erwähnt, gibt es derzeit mehrere Starkregenereignisse in den betroffenen Gebieten. Die Folge: Wassermassen fließen - bevor sie in den Boden sickern können - horizontal ab (der Boden ist steinhart) und begünstigen somit erst recht nicht das Wachstum der Gräser Ebenfalls bleibt das Grundwasser auf niedrigem Niveau, wodurch ausgetrocknete Brunnen weiterhin kein Frischwasser liefern können. Die Folge sind lokale und regionale Überschwemmungen und keine ausreichenden Wasserspeicher im Boden. .
- Derzeit regnet es vor allem in den Regionen Kenias, Äthiopiens und Somalias, die bereits bisher von großen Dürreschäden verschont geblieben waren: Im Osten Kenias und im Süden Somalias sowie teilweise im Dreiländereck Äthiopiens/Kenia und Somalia. In den restlichen Teilen der Länder warten die Menschen nach wie vor verzweifelt auf Regen.
- Den Menschen, die ihre Tiere in den letzten Monaten verloren haben, nützt Regen und das Wachsen frischen Grases noch gar nicht: Erst muss gesichert werden, dass diese Menschen wieder Herdentiere aufbauen können. Da viele Menschen alle ihre Tiere verloren haben (und somit Ihre Lebensgrundlage), werden sie auf Unterstützung angewiesen sein. 

• Nach einer monatelangen schweren Dürre in Somalia wird der Krisenstaat jetzt von sintflutartigen Regenfällen im Süden des Landes heimgesucht. Die Wassermassen hätten bereits erste Todesopfer gefordert, teilte die Hilfsorganisation "Save the Children" am Freitag mit. Im Flüchtlingscamp Sigale in Mogadischu, wo etwa 2.800 Vertriebene Zuflucht vor Bürgerkrieg und Hunger gesucht haben, seien zwei Kinder und eine Frau nach sturzflutartigem Regen ertrunken. Im Süden Somalias ist allerdings nach wie vor kein Regen in Aussicht und die Menschen flüchten vor der Dürre. 

• Die Sicherheitssituation hat sich in Kenia, vorwiegend im Flüchtlingslager Dadaab, dramatisch für die internationalen Hilfsorganisationen verschärft. Vor ca. 1 Monat wurde ein lokaler Mitarbeiter von CARE aus Dadaab entführt. Am Donnerstag, dem 13. Oktober, wurden zwei spanische Logistikerinnen von "Ärzte ohne Grenzen" verschleppt. Ob es sich um gezielte Aktionen der radikal-islamischen Milizen Al Shababb handelt oder kriminelle lokale Banden am Werk sind, ist derzeit nicht bekannt.

• Zusätzlich haben sich am Wochenende auf der einzigen Hauptverkehrsstraße zwischen Isiolo und Marsabit rivalisierende Kämpfe zwischen den ethnischen Gruppen der Borana und Turkana ereignet, die zu mindestens 10 Toten sowie zahlreiche Verletzten führten. Dadurch wurde auch die Straße zeitweise und stellenweise blockiert.

• Die veränderte und verschärfte Sicherheitslage hat derzeit für den Norden Kenias und auf die Implementierung der Nothilfeprojekte der Caritas Österreich keine Auswirkungen, dennoch muss die Lage ständig beobachtet und neu bewertet werden. 

• Kenia hat an der Grenze zu Somalia seine Truppen verstärkt, um sich gegen eventuelle Übergriffe der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz zu wappnen. Sicherheitskräfte hätten zuvor berichtet, hunderte Rebellen der Gruppe seien auf Lastwagen unterwegs in den somalischen Grenzort Dhobley, der nur fünf Kilometer von Kenia entfernt liegt, berichtete die kenianische Zeitung "The Standard" am Donnerstag (6.Oktober)

• Als "tatkräftiges Zeichen der Solidarität" begrüßt Caritas-Präsident Franz Küberl die Ankündigung von Außenamts-Staatssekretär Wolfgang Waldner, dass die österreichische Bundesregierung die Mittel für die Ostafrika-Hilfe von 1,5 Millionen Euro auf 8,5 Millionen Euro erhöhe. Küberl gratuliert Waldner zu diesem "Erfolg zugunsten der notleidenden Menschen in Ostafrika" und dankt ihm dafür, dass er "frischen Wind in die humanitäre Hilfe Österreichs bringt."

• Die Hungersnot wird sich im Süden Somalias noch weiter ausbreiten,   warnte das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) Anfang Oktober in Genf. Mehr als 750'000 Somalier seien vom Hungertod bedroht. Die Situation werde sich im November weiter verschärfen, sagte OCHA-Sprecherin Elisabeth Byrs. «Sogar mit einer großen Aufstockung der humanitären Hilfe wird sich die Lebensmittelknappheit in denjenigen Regionen im Süden, in denen Viehwirtschaft betrieben wird, in den nächsten Monaten noch weiter verschlechtern», sagte Byrs..

• Die Weltbank hat ihre Hilfe für die Hungernden am Horn von Afrika auf knapp 1,9 Milliarden Dollar aufgestockt und damit nahezu vervierfacht.

Hilfe des internationalen Caritas-Netzwerks: 
Insgesamt versorgt das internationale Caritas-Netzwerk, auch mit Hilfe aus Österreich, derzeit mehrere hunderttausende Menschen in den Dürregebieten (Äthiopien, Somalia und Kenia) mit Nahrung bzw. sauberem Trinkwasser. Die Hilfsleistungen werden laufend ausgebaut. 

Hilfe der Caritas Österreich: 
In den nächsten Monaten versorgt die Caritas Österreich gemeinsam mit österreichischen Caritas- sowie Nachbar in Not-SpenderInnen insgesamt über 110.000 Menschen in Kenia, Somalia und Äthiopien mit Lebensmitteln bzw. sauberem Trinkwasser. 

Neue oder im Entstehen befindliche Projekte:
Somalia

1) Nothilfe zur Sicherung von Lebensgrundlagen von Inlandsflüchtlingen und Minderheiten in Somaliland 

Gemeinsam mit der Caritas Schweiz versorgt die Caritas Österreich ab Anfang Oktober bis Ende Mai 2012 über 500 Haushalte (rund 3.000 Dürreopfer) mit ausreichend sauberem Trinkwasser, sowie Nahrung und Unterkünften versorgen wird. Ein weiterer Projektpunkt wird es sein die Inlandsflüchtlinge und Minderheiten in Somaliland Toiletten zu errichten und in Workshops über Hygienestandards aufzuklären. 
Die Finanzierung des Projektes von 350.000 Euro wird auch aus Nachbar in Not Mitteln getragen. 

HINTERGRÜNDE / WEITERE INFORMATIONEN
UN: Dürre in Somalia "schlimmste humanitäre Katastrophe" 
Addis Abeba/Nairobi (dpa) - Die Situation im dürregeplagten Krisenland Somalia ist nach Einschätzung des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) die "schlimmste humanitäre Katastrophe" der Welt. "Noch nie habe ich in einem Flüchtlingscamp Menschen in einem so verzweifelten Zustand gesehen", sagte der Chef der Behörde, Antonio Guterres, nach einem Besuch des Lagers in Dadaab in Kenia. Er rief die Internationale Gemeinschaft zu "massiven Spenden" für die hungernden Menschen auf. Die meisten von ihnen stammen aus dem Nachbarland Somalia.

Die Dürre am Horn von Afrika gilt als die schwerste der vergangenen 60 Jahre. Besonders betroffen ist Somalia, aber auch Teile Äthiopiens und Kenias leiden unter der Trockenheit. Guterres wolle sobald wie möglich mit dem kenianischen Präsidenten Mwai Kibaki über die Öffnung eines weiteren Camps beraten, berichtete der britische Sender BBC. Nairobi hatte bisher ein neues Camp für rund 40 000 Menschen nahe Dadaab abgelehnt. Kenia fürchtet, dass die Flüchtlinge sonst dauerhaft im Land bleiben könnten.

Dadaab war ursprünglich für 90 000 Menschen gebaut worden. Mit rund 380 000 Flüchtlingen ist es heute das größte Camp der Welt. Die Zahl könnte sich bald auf 500 000 Menschen erhöhen. UNHCR versuche seit langem, die kenianische Regierung zur Öffnung eines neuen Lagers zu bewegen. Jetzt könnte die Organisation aber wegen der dramatischen Lage mit ihrem Appell Erfolg haben, sagte ein BBC-Korrespondent.

"Ich habe eine Mutter gesehen, die auf dem Weg dorthin drei ihrer Kinder verloren hat", zitierte der arabische Sender Al-Dschasira Guterres. In dem Zentrum hätten "die Ärmsten der Armen und die Verwundbarsten der Verwundbaren" Zuflucht gesucht. Der UNHCR-Chef befindet sich momentan auf einer Tour durch die am schlimmsten von der Dürre betroffenen Gebiete am Horn von Afrika.

Das Welternährungsprogramm (WFP) schätzt, dass mindestens zehn Millionen Menschen in der Region Nahrungshilfe benötigen. Rund zwei Millionen Kinder leiden UNICEF-Angaben zufolge an Unterernährung. Die Vereinten Nationen verteilen unter anderem mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Lebensmittel. [UNHCR] (http://www.unhcr.org) (11.07.2011)

 

Österreichische Caritas-Helfer seit 16. Juli 2011 im Krisengebiet 
Andreas Zinggl und Harald Grabher (Caritas Auslandshilfe Vorarlberg) sind seit dem 16. Juli auf dem Weg ins Krisengebiet nach Äthiopien. Am Samstag Mittag werden sie in den Süden Äthiopiens und das Grenzgebiet Somalias aufbrechen, um lokale Caritas-Teams zu unterstützen.

Partnerorganisationen der Caritas in Kenia, Äthiopien und Somalia berichten, dass die Situation für Millionen Menschen aufgrund des ausbleibenden Regens in den vergangenen Monaten äußerst prekär ist. Bauern haben ihre Ernten verloren, der Viehbestand der Halbnomaden und Nomaden  - deren Existenzgrundlage - verendet elendig. Speziell und zusätzlich betroffen sind die Menschen aus Somalia, die seit Jahren noch dazu in einem politisch krisengeschüttelten Land leben. 

Angesichts der dramatischen Dürresituation in Ostafrika hat die Caritas umgehend einen Krisenstab eingesetzt und schickt nun auch zwei Mitarbeiter in die Krisenregion. Andreas Zinggl und Harald Grabher werden unter anderem die Partner-Organisationen bei der Logistik der Verteilung von Nothilfepaketen unterstützen. Schwerpunkt des Einsatzes ist es, sich einen Überblick zu verschaffen, den exakten Hilfsbedarf zu ermitteln und gemeinsam mit lokalen Partnern des Caritas-Netzwerkes ein konkretes Maßnahmenpaket für die Soforthilfe einerseits und langfristige Hilfe zur Selbsthilfe andererseits zu entwickeln. (15.07.2011)

 Viele weitere Infos zur Aktuellen Lagehier

 

  • Seite drucken
  • Link versenden
  •                                                                         
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Delicious
  • Digg!