Schluss mit Spekulation auf Nahrungsmittel!
Stopp Spekulation - Ernährung muss leistbar sein

- Übergabe Stopp Spekulation von li nach re: Veronika Mayr (Koordinatorin Forum Fairer Handel), Julianna Fehlinger (Vorstandsmitglied Attac), Franz Küberl (Caritas-Präsident), BM Finanz Maria Fekter, Helene Unterguggenberger (entwicklungspolitische Referentin, Caritas), Christoph Schweifer (Caritas Generalsekretär für Internationale Programme), Thomas Wenidoppler (Geschäftsführer EcaWatch Österreich); Fotograf Credit: Thomas Meyer
15.737 Menschen in Österreich haben die Caritas-Petition "Stopp Spekulation auf Nahrungsmittel" unterzeichnet. Sie alle möchten nicht hinnehmen, dass 870 Millionen Menschen unter anderem deshalb hungern, weil die Preise von lebens- wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Mais, Weizen oder Reis künstlich in die Höhe getrieben werden.
Am 29.11.2012 hat eine sechsköpfige Delegation der Caritas und VertreterInnen von weiteren unterstützenden Organisationen (KOO, ÖBV, Dreikönigsaktion, EcaWatch Österreich, Attac, Sol, Forum Fairer Handel, Global 2000, Arbeiterkammer Wien) die gesammelten Unterschriften an Bundesministerin Fekter übergeben. Mit der Übergabe der Unterschriften "möchten wir die Finanzministerin nochmals auffordern, sich für die Einführung von weitgehenden Positionslimits, für erhöhte Transparenzvorschriften auf den Agrarmärkten und für ein Verbot von Indexfonds beim Handel mit Agrarrohstoffen einzusetzen", erläutert Caritas Präsident Franz Küberl heute im Finanzministerium das Anliegen der Aktion.
Bundesministerin Maria Fekter vertritt Österreich im europäischen Finanzministerrat ECOFIN, der demnächst die Revision der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID beschließen wird. Diese Richtlinie ist eine Chance, europäische Finanzmärkte viel stärker zu regulieren und damit auch exzessive Spekulation auf Nahrungsmittel einzudämmen.Bundesministerin Dr. Maria Fekter begrüßt die Initiative der Caritas und dankt den teilnehmenden Organisationen für ihren Einsatz im Kampf gegen weltweites Hungerleiden. "In der Finanzmarktrichtlinie MiFID haben wir bereits viele Forderungen der Caritas berücksichtigen können. Wir erhöhen die Transparenz, stärken die Aufsicht im Bereich Rohstoffe, regeln Warenderivate und dämmen computergesteuerten Hochfrequenzhandel ein. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag, um auch der Spekulation mit Nahrungsmitteln klare Grenzen zu setzen. Die Unterstützer der Petition haben mit mir einen Partner bei den kommenden Verhandlungen in Brüssel", betont Finanzministerin Fekter.
Küberl bei der Übergabe: "Getreide darf kein Spekulationsobjekt bleiben. Güter, die für das Überleben Millionen von Menschen unerlässlich sind, dürfen keine Spielwiese für Spekulanten sein. Denn: Gewinne, über die die einen jubeln, können für andere das Todesurteil bedeuten."
Schluss mit Spekulation auf Nahrungsmittel!
Ca. 13.000 Unterschriften wurden in Österreich für die Petition "Schluss mit Nahrungsmittelspekulationen" geleistet. Danke!
Mit 31. Oktober 2012 schließen wir die Petition "Schluss mit Spekulation auf Nahrungsmittel" ab - alle Unterschriften werden in den nächsten Tagen durch die Caritas Österreich an die Finanzministerin überreicht. Insgesamt werden es wohl um die 13.000 Stimmen sein, die die Aktion unterstützt haben - und: die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger haben den stärksten Anteil dazu geleistet!
Die Forderungen der Petition "Schluss mit Spekulation auf Nahrungsmittel!" im Detail:
Sehr geehrte Frau Finanzministerin!
Spekulation auf Nahrungsmittel ist maßgeblich mitverantwortlich für extreme Preisschwankungen und Hunger. Die Politik muss die Finanz- und Rohstoffmärkte stärker regulieren und preistreibende Nahrungsmittelspekulationen stoppen! In diesem Sinne bitten wir Sie, folgende Anliegen bei den Verhandlungen zur MIFID auf EU-Ebene einzubringen:
Wir fordern:
- Transparenz an den Rohstoffbörsen (z.B. durch strenge Berichtspflichten)
- ein Verbot von Investmentfonds an den Agrarrohstoffmärkten
- strikte Beschränkungen für jeden Terminhandel mit Nahrungsmitteln (z. B. durch unumgehbare Positionslimits)
- wirksame Kontrollen durch starke Aufsichtsbehörden, die auch präventiv eingreifen können
- Finanzakteure, die nicht am physischen Agrarmarkt tätig sind, dürfen nur an regulierten Märkten handeln
Hier gibt es die
Unterschriftenliste
zum download!


