Tageszentren für von Aids betroffene Kinder

COC St Mary’s Südafrika: Tageszentren für von Aids betroffenen Kindern
 
Es wird geschätzt, dass zur Zeit 2.000.000 Kinder in Südafrika verwaist sind, 1,2 Mill. davon aufgrund der stetig wachsenden Zahl der durch HIV/AIDS bedingten Todesfälle.
Die Erkrankung der Eltern führt oft dazu, dass die Kinder die Pflege der Eltern und die Verantwortung für den Einkommenserwerb übernehmen. Das Resultat dieser Entwicklung ist, dass viele - vor allem ältere - Kinder aus Zeit- oder Geldmangel die Schule abbrechen, dass Kinder in Kinderarbeit und Prostitution geraten.

Der Tod der Eltern durch AIDS macht immer mehr Kinder in Südafrika zu Waisen. Ganz dramatisch zugespitzt hat sich die Situation in der Gegend um Marianhill. So sind nach offiziellen Angaben in der Provinz Kwa Zulu-Natal 1,8 Millionen Menschen HIV-infiziert, das sind rund 19% der Gesamtbevölkerung der Provinz. Statistiken beweisen, dass zwischen 40 und 50% der schwangeren Frauen in dieser Provinz infiziert sind.

Das durch AIDS verursachte Sterben in den Familien hat dramatische Auswirkungen. Kinder können nicht mehr in die Schule gehen, weil sie jüngere Geschwister versorgen müssen. Sie werden zum Pflegepersonal und zum Elternersatz. In manchen Fällen müssen sie die Rolle des Familienernährers übernehmen und werden so zu Opfern von Ausbeutung und/oder sexuellem Missbrauch.

Das übergeordnete Ziel des Zentrums ist die ganzheitliche Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität der Menschen in 15 Gemeinden, welche an die Mission Mariannhill grenzen.

Die Hauptkomponenten des Projektes zur Betreuung von HIV/AIDS betroffenen Kindern sind:

  1. Ausbildung von freiwilligen Hauskrankenpflegern als Kinderbetreuer, welche die laufende Unterstützung und Hilfestellung für betroffene Kinder durch regelmäßige Hausbesuche sicherstellen. Nur so können die Lebensbedingungen dieser Kinder nachhaltig verbesssert werden.
  2. Psychosoziale Hilfe durch die Einrichtung von Kinder-Selbsthilfegruppen. Dadurch wird es für die Kinder leichter, ihren Lebensalltag zu bewältigen (die meisten von ihnen leben in Familien, in denen das "Oberhaupt" selbst noch ein Kind ist).
  3. Einrichtung von "Drop-in-Centres" (Tagesstätten) für physiologisch und psychologisch besonders gefährdete Kinder (Vernachlässigung, Missbrauch, extreme Armut, Prostitution usw.)

Die Caritas Vorarlberg und das Community Outreach Centre verbindet eine bereits langjährige Partnerschaft. Durch die Unterstützung des Betreuungsprojekts für Aidswaisen wird in der Provinz Kwa Zulu-Natal die Hoffnung auf eine bessere Zukunft gestärkt.

Es stimme, dass AIDS Kinderseelen brechen können, so Sr. Silke Mallmann, Erziehungswissenschafterin und Psychologin sowie Mitbegründerin dieses Projekts. Andererseits erlebe sie aber auch, dass viele Kinder und Jugendliche "getroffen, aber nicht gebrochen sind". Sie sehe "sehr viele starke Kinder und Jugendliche" die auch Hoffnungsträger seien.

Freiwillige MitarbeiterInnen des COC, die als KinderbetreuerInnen ausgebildet wurden, betreuen derzeit ca. 1.500 registrierte Kinder aktiv durch Hausbesuche, in Selbsthilfegruppen an Schulen (derzeit ca. 600 Kinder) und durch Wiedereingliederungsprogramme für Kinder, die aus dem Schulsystem gefallen sind.

Über 200 Kinder  aus besonders benachteiligten Verhältnissen (Kinder, die auf sich allein gestellt sind oder von besonderer Armut, Verwahrlosung, Misshandlung, betroffen sind, etc.) können tagsüber eine der sieben Tageszentren besuchen. Hier werden sie von ausgebildeten Freiwilligen psychosozial und pädagogisch betreut. Mit Hilfe staatlicher SozialarbeiterInnen bemüht sich das COC, Sozialhilfe für die Kinder von der Regierung zu beantragen. Freiwillige KinderhelferInnen besuchen die Familien regelmäßig, um den Kindern emotionale Unterstützung zu geben, aber auch um sicherzustellen, dass die Kinder geschützt und in der Lage sind, ihren Alltag zu bewältigen.

Grundidee der Tageszentren ist es, ein Betreuungsangebot für besonders gefährdete Kinder in und aus ihrer Dorfgemeinschaft zu entwickeln, ohne die Kinder von ihrer gewohnten Umgebung zu entfernen, und dass der Alltag des Kindes (Schule, soziales Umfeld) so gut wie möglich gewahrt bleibt.

Fotos zum Projekt:  http://www.caritas-vorarlberg.at/auslandshilfe/multimedia/fotografien-projekte-und-aktionen/suedafrika/tageszentren-fuer-von-aids-betroffene-kinder/

Projektpate werden: http://www.caritas-vorarlberg.at/auslandshilfe/kooperationslaender/suedafrika/

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