„Mit dem Virus kommt der Hunger“

Die größte Todesursache der Corona-Pandemie könnte in vielen Ländern der Welt nicht die Krankheit selbst, sondern der Hunger auf Grund der sozialen Einschränkungen sein. Betroffene Familien in Afrika kämpfen darum, ihre Kinder zu ernähren. „Was ist der Unterschied – an den Folgen des Virus zu sterben oder zu verhungern?“ so die Frage einer verzweifelten Mutter.  Ohne Erwerbsmöglichkeit verlieren die Menschen ihre Lebensgrundlage. Wir fürchten deshalb in erster Linie die sozialen Auswirkungen der Pandemie.

„Unsere Kinder können derzeit nicht ins Zentrum kommen. Sie müssen zu Hause bleiben, dadurch konnte auch das Mittagessen an der Schule nicht mehr angeboten werden. Wir haben als erste Maßnahme der Nothilfe die Familie mit Nahrungsmitteln versorgt – damit die Familien auch zuhause bleiben und sich vor dem Virus schützen können.“

Ananas Girmai, Leiterin Straßenkinderprojekt PROCS in Addis Abeba, Äthiopien

Die Menschen in unseren Partnerregionen wie Äthiopien, Mosambik, Ecuador sind in einer extremen Notsituation und brauchen unsere Solidarität und Unterstützung. Wir helfen mit Nothilfepaketen wie Lebensmittel, Hygieneartikeln und Schutzausrüstungen.

Hilfe wird dringendst benötigt!

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Gemeinsam mit unseren Projektpartnern helfen wir vor Ort mit ...

Nahrungsmitteln

... den 280 Straßenkindern in den Projekten PROCS und Hannas Orphan Home:

  • Verteilung von kleinen Geldbeträgen, damit sich die armen Familien die allernötigsten Lebensmittel kaufen können. So verhindern wir, dass die Kinder auf die Straße zum Betteln oder zum Müllsammeln geschickt werden.
  • Hausbesuche durch die Sozialarbeiter*innen. Sie bringen Lebensmittel und den Kindern auch Lernstoff, da sie nicht in die Schule dürfen.

Schutzausrüstung

... dem Personal und den Patient*innen im Mutter-Kind- Krankenhaus in Bushulo:

  • Schutzausrüstung wie Desinfektionsmittel, Brillen, Masken, Handschuhe.
  • Beschäftigungsinitiative für besonders bedürftige Frauen. Sie nähen Schutzmasken und verdienen so ein kleines Einkommen.

Schulungen

... um die Ansteckungsgefahr zu minimieren:

  • Schulungen als eine äußerst wichtige Maßnahme, damit die Kinder und deren Familien über die Gefahren von Covid-19 informiert sind und wissen, wie sie sich schützen können.
  • Schulungen zu Hygiene und richtigem Händewaschen für Mitarbeiter*innen und für die Bevölkerung.

Schutzpaket

Mit 45 Euro sichern Sie ein großes Schutzpaket für das Spital in Bushulo mit Desinfektionsmittel, Seife, Schutzmaske und Schutzbekleidung

Überlebenspaket

20 Euro kostet ein Überlebenspaket für einen Monat für eine sechsköpfige Familie mit Maismehl, Reis, Bohnen, Öl, Seife, ...

„Verzweiflung bringt mich auch nicht weiter!“

Der Name Besrat bedeutet übersetzt so viel wie „gute Nachricht“. Und auf die hofft die 19-jährige Namensträgerin Besrat Zewde schon seit Wochen. „Ich wünsche mir, dass es ein klein wenig Gerechtigkeit gibt und das Corona-Virus in Äthiopien nicht so stark um sich greift. Unsere Situation ist schon so schwierig genug!“ Denn mit dem Lock-Down wurden die großen Märkte in Addis Abeba geschlossen. „Mein Mann hat als Tagelöhner ebenfalls keine Arbeit mehr. Alles was uns bleibt, ist die Ernte auf unseren Feldern.“

 

Deshalb ist sie mit ihrem Marktstand trotzdem vor Ort, auch wenn es das Risiko birgt, hohe Strafen zahlen zu müssen – mit Geld, das sie nicht hat. „Ich muss es trotzdem versuchen! Wenn ich Tomaten und frittierte Kartoffeln verkaufen kann, bleibt mir Geld, um Öl und Mehl zu kaufen.“ Auch wenn sich in Besrats Gesicht Traurigkeit und Sorgen widerspiegeln, sagt sie mehr zu sich selbst als zu den anderen: „Ich muss jeden Tag das Beste geben. Verzweiflung bringt mich auch nicht weiter!“

 

Damit Frauen wie Besrat – wie von der Regierung angeordnet – zuhause bleiben können, erhalten sie einmal im Monat Mehl, Reis, Öl und ein Stück Seife. So können wir helfen, dass sie zumindest das Allernötigste zum Überleben haben.

Hilfe unter erschwerten Bedingungen

Mutter-Kind-Krankenhaus Bushulo in Awassa

„Ich habe in meinem Leben viele Gefahren durchgemacht, und diese Pandemie ist eine davon, bei der nur Gott helfen kann.“ Kinderarzt Ermias kann die Haltung vieler seiner Patient*innen gut verstehen, auch wenn seine Hilfe natürlich auf medizinischem Wissen beruht. Er arbeitet im Mutter-Kind-Krankenhaus Bushulo im Süden Äthiopiens. Die Mütter, die im Krankenhaus Hilfe suchen, mussten in ihrem Leben schon so viele Nöte erleben und um ihr Überleben kämpfen. Die Corona- Krise meistern sie deshalb mit entsprechend viel Gottvertrauen.

 

Für das Krankenhaus selbst ist die medizinische Versorgung in der momentanen Situation sehr schwierig, Ärzt*innen und Pflegepersonal bereiten sich auf das Schlimmste vor: „Wir leisten hier sehr viel Aufklärungsarbeit, wie sich die Menschen vor dem Virus schützen können. Dank Unterstützung aus Vorarlberg haben wir Schutzmasken und -anzüge, sowie Seifen und Desinfektionsmittel erhalten. Das hilft uns sehr unsere Patient*innen und das medizinische Personal zu schützen.“ Auch Essens-Überlebenspakete für die ärmsten Familien sind Teil des Nothilfe-Programmes.

Bleibt mein Teller heute leer?

Straßenkinder-Projekt PROCS in Addis Abeba

Anfang März wurden in Äthiopien unter anderem Schulen und Betreuungseinrichtungen für Kinder als Schutzmaßnahme vor Corona geschlossen. Für Ananas Girmai eine Situation, die ihr viel Kopfzerbrechen verursachte. Sie leitet PROCS, ein Ausbildungs- und Betreuungsprojekt in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Viele der Kinder, die dort lernen, haben früher auf der Straße gelebt. „Wenn das Zentrum geschlossen bleibt, fällt auch die einzige warme Mahlzeit für die Kinder und Jugendlichen aus. Das würde für viele bedeuten, dass sie wieder zurück auf die Straße betteln gehen oder im Müllberg der Großstadt nach Essbarem suchen müssten.“ Doch Ananas Girmai wäre nicht die umtriebige Leiterin, die für jedes Problem eine Lösung hat, wenn sie nicht auch dieses gelöst hätte: „Unsere Sozialarbeiter*innen sind täglich unterwegs, versorgen die Kinder und sofern vorhanden auch ihre Eltern mit Lebensmitteln, Hygienematerial und Lernstoff.“