Sich Gehör und eine Stimme verschaffen

04.12.12 / 09:32

Am 3. Dezember, anlässlich des Internationalen Tages für Menschen mit Behinderung, suchten Menschen mit Behinderung das Gespräch mit Vertretern des Landes und verschiedenen Gemeinden im Oberland.

 

Klaus M., Sebastian, Klaus G. und Siegrid sind vier selbstbewusste Menschen, die wissen, was sie wollen und das sagen sie dann auch. Aber im Ludescher Bürgermeister Dieter Lauermann haben sie einen guten Zuhörer gefunden. Klaus M. fühlt sich wohl in Ludesch und ist auch sehr ins Dorfleben integriert. „Ich bin gerne unter Menschen, bin am Wochenende auf dem Fußballplatz,“ so der sympathische Mann. Und auch Sigried gefällt es in Ludesch: „Ich bin sehr gesellig und in Ludesch gibt es immer etwas zu feiern.“ Etwas anders sieht es Klaus G. „Ich kenne leider nur wenige Ludescher, es wäre sehr schön, wenn mehr mit mir reden und auf mich zugehen könnten“. Der Ludescher Bürgermeister freute sich über das viele Lob für die Gemeinde, nimmt aber auch die Kritik ernst. „Durch das persönliche Gespräch kann ich die Sorgen und Nöte der Menschen mit Behinderung, die hier in Ludesch leben und arbeiten, besser verstehen“, sagt der Ludescher Bürgermeister Dieter Lauermann. „Für ein gutes Miteinander ist es wichtig, dass sich alle Bewohner unseres Dorfes integriert und wohl fühlen.

Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten nahmen den internationalen Tag der Menschen mit Behinderung (3. Dezember) zum Anlass, um sich bei den politischen Entscheidungsträgern eine „Stimme und Gehör“ zu verschaffen. Auf dem Programm standen Besuche bei den Bürgermeistern in Bludenz, Ludesch, Bürserberg, Nenzing und St. Gallenkirch sowie eine Stippvisite im Landhaus  in Bregenz. „In den letzten Jahren hat ein Paradigmenwechsel in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung stattgefunden. Wo früher der beschützende und umsorgende Gedanke im Vordergrund stand, hat heute ein Umdenken stattgefunden“, erklärt Monika Sommerer, Fachbereichsleitung Menschen mit Behinderung der Caritas Vorarlberg. „Menschen mit Behinderung sollen mehr Selbstverantwortung übernehmen, sie haben im Großen und Ganzen ein Gespür dafür, was gut für sie ist und was sie tun können und was nicht. Unser Part besteht darin, eine Kommunikationsmöglichkeit zu finden,  zu zuhören, zu verstehen und ihnen zu ermöglichen, dem näher zu kommen, was ihnen entspricht.“

Der Einzelne steht im Vordergrund Vieles ist in Bewegung.
Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung hat sich gewandelt. Die Integration hat hier große Vorarbeit geleistet, nach der Pflicht kommt nun die Kür. Die Inklusion mit gleichberechtigter Teilhabe in jeder Hinsicht  ist nun die Krönung. Natürlich geht das nur in kleinen Schritten. „Eine wirklich gleichberechtigte Gesellschaft gibt es leider noch nicht auf der Welt, aber das ist ja kein Grund nicht darauf hinzuarbeiten. Für uns ist es eine Herausforderung, der wir uns nur zu gerne stellen,“ so Monika Sommerer abschließend.