„Gewalt darf sich nicht über die Menschlichkeit erheben“ – Stellungnahme zum Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim Batschuns

28.01.13 / 08:15

In der Nacht auf Sonntag, 27.1.2013 wurde auf unser Flüchtlingshaus in Batschuns, das derzeit 23 Flüchtlingen als Heim dient, ein Brandanschlag verübt. Die Behördenermitteln bereits. Caritas-Direktor Peter Klinger und Diözesanadministrator Dr. Benno Elbs stehen diesem Ausdruck der Gewalt zutiefst besorgt gegenüber, der in über 20 Jahren Flüchtlingshilfe einen Einzelfall darstellt.

Eine Stellungnahme:
"Die Caritas Vorarlberg und viele Pfarreien engagieren sich seit über 20 Jahren in der Flüchtlingsarbeit. Die Solidarität der Bevölkerung, mit der wir stets rechnen durften und der Hilfe, der wir oft begegnet sind, hat diese Arbeit erst ermöglicht und die letzten Jahrzehnte maßgeblich mitgetragen. Wir vertrauen auch weiterhin auf die VorarlbergerInnen und möchten uns an dieser Stelle bei ihnen für die Unterstützung unseres Engagements und die Mitarbeit bedanken.

Ein Einzelfall
Der verübte Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim in Batschuns stellt in diesen über 20 Jahren einen wahnsinnigen Einzelfall dar. Die Radikalität und die Gewaltbereitschaft, die hinter einem derartigen Anschlag stehen, erschüttern uns zutiefst. Denn ist es nicht gerade unsere Aufgabe, in jedem Menschen den Nächsten zu erkennen, der unsere Hilfe braucht. Es darf nicht sein, dass sich Gewaltbereitschaft und Hass über die Menschlichkeit erheben.

Wir, Diözesanadministrator Dr. Benno Elbs  und Caritasdirektor Peter Klinger, haben die Bewohner des Hauses der Frohbotschaft in Batschuns noch heute besucht. Es sind Kinder, Jugendliche, Familien, Frauen und Männer, die u. a. aus Syrien, Pakistan und Tschetschenien nach Vorarlberg kamen. Es war uns beiden ein Anliegen, bei den Menschen zu sein und ihnen unsere Hilfe und unseren Beistand zu versichern. Ebenso bieten wir den ermittelnden Behörden unsere vollste Unterstützung an.

Jene, die keiner eines Blickes würdigen.
Wir bitten aus ganzem Herzen und vollster Überzeugung darum, gerade jenen zu helfen und gastfreundlich zu begegnen, die ihre Heimat – aus welchen Gründen auch immer – verlassen mussten. Und wir möchte an dieser Stelle das Bild des barmherzigen Samariters aufrufen, der gerade jenen sah, der abseits der Straße stand und den viele keines Blickes würdigten. Er ist unser Auftrag.

Gemeinsam besorgt uns dieser Ausdruck der Gewaltbereitschaft. Wir danken den Behörden für ihren Einsatz und hoffen inständig, dass dieser nächtliche Anschlag aufgeklärt werden kann.“

Caritas-Direktor Peter Klinger und Diözesanadministrator Dr. Benno Elbs