Starke Stimmen für ein gerechtes Einkommen

11.03.13 / 12:39

Mit einer Flashmob-Aktion zum Weltfrauentag verschaffte sich die Caritas Gehör für ein wichtiges Anliegen: Das Einmahnen eines stärkeren gesellschaftlichen Dialoges und eines Gipfels der Sozialpartner zum Thema „zu niedrige Fraueneinkommen“.

„Es ist schlichtweg ungerecht, dass Frauen für die gleiche Arbeitsleistung weniger verdienen als Männer.“ So und ähnlich lautete die Resonanz vieler Frauen, aber auch Männer bei einer Aktion der Caritas anlässlich des Weltfrauentages vergangene Woche.

 

Bei dem im vergangenen Herbst präsentierten Sozialbarometer der Caritas wurde unter anderem deutlich: In kaum einem andern europäischen Land ist das Verdienstgefälle zwischen den Geschlechtern so groß wie in Österreich. In der EU weist lediglich Estland noch schlechtere Daten auf. Besonders brisant ist die Situation in Vorarlberg. „Vorarlberg ist im Vergleich zu allen anderen österreichischen Bundesländern das Land mit der höchsten Lohndifferenz zwischen Mann und Frau“, so Andrea Kramer, in der Caritas Vorarlberg für den Sozialbarometer zuständig. Im Alter erreichen die Frauen in Vorarlberg knapp die Hälfte der Pension der Männer und beziehen damit die niedrigsten Pensionen in Österreich.

In Vorarlberg überwiegt  das Rollenmodell der Frauen als Zuverdienerinnen. Nur 32 Prozent der Vorarlbergerinnen sind ganzjährig vollzeitbeschäftigt. Während das Modell – Mann verdient das Haupteinkommen, Frau verdient dazu – in einem funktionierenden Familiensystem noch aufgehen  mag, sind Frauen im Trennungsfall häufig in der Armutsfalle. Alleinerzieherinnen zählen gemeinsam mit den allein lebenden Pensionistinnen zur Hochrisikogruppe der Armutsgefährdeten.

Die Caritas Vorarlberg mahnt deshalb einen gesellschaftlichen Dialog sowie ein „Frauen-Gipfel“ der Sozialpartner, um Maßnahmen gegen die auseinanderklaffende Einkommensschere zwischen Frau und Mann in Vorarlberg zu setzen, ein.

Kernthemen dabei sollten sein:

  1. Wie kann das vorherrschende Rollenbild der Frau als `Zuverdienerin´ zurückgedrängt und andere Rollenbilder gleichrangig gelebt werden?
  2. Und: Wie können Familie und berufliche Karriere für Frauen besser vereinbart werden?

„Es braucht dazu die Umsetzung des Mindestlohns sowie den Ausbau der Kinderbetreuung. Junge Frauen brauchen erfolgreiche weibliche Vorbilder, die Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung mit ihrem Partner zu gleichen Teilen leben. Das Thema `Einkommensschere´ darf auf keinen Fall aus der öffentlichen Debatte verschwinden“, fordert Andrea Kramer im Namen der Caritas.