Stopp Spekulation auf Nahrungsmittel

13.05.13 / 11:04

Küberl erinnert Fekter an ihr Versprechen: "Mit Getreidepreisen darf nicht spekuliert werden, denn mit Essen spielt man nicht. Der Hunger muss ein Ende haben!"

Wien (OTS) - Am 14. Mai vertritt Finanzministerin Maria Fekter Österreich im europäischen Ministerrat ECOFIN, der die Reform der europäischen Finanzmarktrichtlinie (MiFID) verhandelt. Durch das Öffentlichmachen der katastrophalen Folgen der Nahrungsmittelspekulationen haben Organisationen wie die Caritas dazu beigetragen, dass diese Form der Gewinnmaximierung nicht länger toleriert wird.

In Österreich haben 15.737 Menschen die Petition "Ernährung muss leistbar sein - Stopp Spekulation auf Nahrungsmittel" unterzeichnet (http://www.stopp-spekulation.at/), die im vergangenen Herbst an Finanzministerin Fekter übergeben wurde. Bei der Übergabe hatte sie zugesichert, dass "die Unterstützer der Petition mit ihr einen Partner bei den kommenden Verhandlungen in Brüssel haben."

Caritas Präsident Franz Küberl appelliert an Maria Fekter: "Liebe Frau Finanzministerin, bitte lösen Sie am 14. Mai das Versprechen, das Sie über 15.000 Österreicherinnen und Österreichern gegeben haben, ein. Danke!"

Weltweit hungern 870 Millionen Menschen - eine der schlimmsten Tragödien unserer Zeit. Preise von Mais, Reis und Weizen - Grundnahrungsmittel für viele der ärmsten Familien in Afrika und Asien - steigen seit Jahren an. Mit verantwortlich dafür ist exzessive Nahrungsmittelspekulation auf den Finanzmärkten. Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie zeigt erneut auf, dass 60 bis 70 Prozent der Preise von Mais und Weizen durch Wetten auf Getreide mitbestimmt werden.

Die MiFID kann diesem Treiben auf den Finanzmärkten Einhalt gebieten und somit einen effektiven Beitrag im Kampf gegen den weltweiten Hunger leisten. Der derzeitige Entwurf hat allerdings noch viele Schwächen. Indexfonds werden noch viel zu wenig beschränkt. Die Positionslimits, durch die exzessive Spekulationen eingedämmt werden können, müssten auch für den außerbörslichen Handel durchgesetzt werden, wo z.B. Hedge Fonds immer noch ungebremst agieren. Darüber hinaus sollte es keine Ausnahmen im MiFID-Rahmen für Händlerkategorien geben, die mit Agrarrohstoff-Derivaten handeln.