Flüchtlinge machen Medien

24.05.13 / 11:53

Flucht und Asyl sind in den Medien stark präsent. Diesen Sommer drehen 13 jugendliche Flüchtlinge der Caritas-Wohngemeinschaft „Haus Noah“ im Montafon den Spieß um – sie machen selbst Medien. Mehrere über den Sommer verteilte Radio-, Video- und Blogworkshops ermöglichen es den Jugendlichen, von und mit Experten zu lernen. Die Idee für das Projekt mit dem Namen „Write Edit Produce Speak“ (WEPS) hatten Eva-Maria Hochhauser (Universität Innsbruck) und Michael Gams. WEPS startete am kürzlich erfolgreich mit einem Studiobesuch beim Freien Radio Innsbruck FREIRAD 105.9.  

Malik schaut sich im Radiostudio um: „Es ist nicht das erste Mal, dass ich einen Radiosender sehe, aber hier dürfen wir auch das Mischpult selbst bedienen!“ Die anderen Jugendlichen im Studio nicken zustimmend, zwei von ihnen singen etwas auf Paschtunisch (wird in Afghanistan und Pakistan gesprochen) ins Mikro. Noch sind sie nicht live On Air, aber Anfang Juni soll sich das ändern. „Da gibt es den ersten Radioworkshop mit einer Livesendung, die die Jugendlichen selbst gestalten dürfen,“ erklärt Michael Gams, der die 13 Jugendlichen und deren Caritas-Betreuerteam begleitete und die Workshopinhalte konzipiert.

 Neben Radioworkshops warten auch Video- und Blog-Workshops auf die Jugendlichen. „Es ist gar nicht so wichtig, ob die 13 Jugendlichen ein Video übers Dorf-Fußballspiel produzieren oder eine Live-Radiosendung machen. Das Wichtigste ist, dass wir ihnen eine Stimme geben,“ so Projektkoordinatorin Eva-Maria Hochhauser. „Sie sollen die Möglichkeit haben, von ihrem Alltag zu berichten und dabei einfach Spaß am Medienmachen finden.“ Und auch Ralf Engelmann, Leiter der Wohngemeinschaft  „Haus Noah“ für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Vandans, ist begeistert vom Medienprojekt. „Neben einer sinnvollen Beschäftigung setzen sich die Jugendlichen mit ihrer Muttersprache aber auch mit der deutschen Sprache intensiv auseinander. Durch das Projekt entsteht zudem automatisch eine Interaktion mit den anderen Einwohnern im Ort.“  

Dieses Projekt ist dank der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Vandans, der Caritas Vorarlberg, des Landes Vorarlberg und der Universität Innsbruck möglich.