Caritas zum Armutsbericht: Daten des Sozialbarometers werden bestätigt

29.05.13 / 13:10

Mit der Veröffentlichung des Armutsberichts des Landes Vorarlberg wurde eine langjährige Forderung der Caritas erfüllt. Das Vorliegen entsprechender Daten zur Steuerung von Maßnahmen wird daher begrüßt. Die Ergebnisse zeigen, wie notwendig zielgruppenspezifische Angebote sind – speziell für Frauen und Kinder, die gefährdet sind, in die Armut abzurutschen.  

Zuletzt hatte die Caritas Ende des vergangenen Jahres einen „Sozialbarometer für Vorarlberg“ mit umfassenden Daten und daraus resultierenden Forderungen veröffentlicht. Umso mehr überrascht, dass im Rahmen des qualitativen Studienteils des Landesberichts mit Expertengesprächen die Caritas nicht angefragt war, bestehen doch durch die breit aufgestellten Tätigkeitsbereiche der Caritas vielfältige Praxiserfahrungen zum Thema Armut und armutsgefährdete Personen.  

Der nun vorliegende Armutsbericht bestätigt, dass Vorarlberg auch im Hinblick auf die im Bundesvergleich höheren Lebenshaltungskosten keinesfalls eine „Insel der Seligen“ ist, sondern ein Bundesland, in dem ebenso viele Menschen in Armut leben, wie im übrigen Österreich. Die Armutsgefährdungsgefahr liegt je nach Berechnungsmethode in Vorarlberg bei 14,7%, lediglich in Kärnten (15%) und Wien (21,9%) ist sie höher. Dies sollte Anlass sein, nochmals alle Anstrengungen zu unternehmen, die Situation der Betroffenen zu verbessern.

Caritas-Forderungen bestätigt
Die besondere Gefährdung der Alleinerziehenden, insbesondere der Frauen, erfordert mehr Anstrengungen von der Gesellschaft. Die Einführung eines Mindestlohnes und der Ausbau entsprechend leistbarer Betreuungsangebote für Kinder wären hier treffsichere Maßnahmen der Armutsprävention. Zugleich zeigen die Entwicklungen bei den Wohnungskosten, dass hier der Druck auf einkommensschwache Haushalte weiter zunehmen wird und deutlich über dem Bundesschnitt liegt.  

Armut ist vererbbar
„Die beste Armutsbekämpfung ist aber immer noch die Armutsprävention, dabei gilt es, bei der Bildung anzusetzen“, fordert Mag. Andrea Kramer, bei der Caritas zuständig für Sozialpolitik und Grundlagenarbeit. „Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass die Zahl der `frühen Bildungsabbrecher´, also Personen im Erwerbsalter mit maximal einem Pflichtschulabschluss in Vorarlberg bei 25 Prozent liegt. Da Armut sehr häufig `vererbt´ wird, sollte ein ganz spezielles Augenmerk auch den 5.900 Kindern gelten, die laut der aktuellen Armutsstudie des Landes in Vorarlberg in Armut leben.“