Dürfen oder müssen wir in die Schule?

14.06.13 / 10:00

Go4future: Kaya, Lilly und Daniela nutzen die Chance und wollen ein Sprachrohr auch für andere Kinder und Jugendliche sein.  

Für Kaya, Lilly und Daniela, drei der zehn go4future Jugendbotschafter, ist klar – ihnen liegt das Thema Bildung und Spielen besonders am Herzen. Beim vergangenen Workshop brütete das Trio ganz konkret über Fragen und Fakten. Warum brauchen wir überhaupt Bildung? Warum können viele Kinder nicht spielen? Fragen, die für sie viel Zündstoff für intensive Diskussionen beinhalten. Mit Fakten wie: jeder siebte Mensch ist ein Analphabet weltweit,  53 Prozent aller Kinder ohne Grundschulbildung sind Mädchen, oder wie sind die Zustände an Schulen, haben sich die Drei bereits im Team Entwicklung mit Kriemhild Büchel-Kapeller beschäftigt.

Schulbildung ist lebenswichtig

„Wenn man weder lesen noch schreiben oder rechnen kann, findet man nur selten eine gute Arbeit und wird von vielen Menschen ausgenützt. Man hat nur wenig Geld und ist meist arm“, ist Lilly überzeugt. „Und ohne Schulbildung kommt man ganz schlecht aus der Armut heraus. Deswegen ist Schule viel mehr als nur rechnen, lesen und schreiben lernen. Durch die Schulausbildung können wir später einen tollen Beruf erlenen“, fügt die Dreizehnjährige hinzu. Es war die Schule durch die sie zur Teilnahme an einer Benefizveranstaltung zugunsten von den Haitiopfern kam, so Lilly. Kaya, die Jüngste im Team sieht das ähnlich: „In vielen Ländern können die Kinder, meist gar nicht und wenn nur die Jungen in die Schule gehen. Und wenn sie überhaupt Schulen haben, dann sind dort die Zustände meist recht schlimm. Es gibt fast keine Unterrichtsmaterialien oder die Kinder werden schlecht behandelt. Wir können als Schüler an unseren österreichischen Schulen mitreden. Andere Kinder können das nicht, sie bekommen noch Schläge, beispielsweise in Ghana, Malaysia, Singapur, oder sogar teilweise in vielen Staaten der USA. Dort werden viele Kinderrechte einfach nicht eingehalten.“

Arbeit statt Schule

Das laut Kinderrechtskonvention Kinder ein Recht darauf haben, in die Schule zu gehen, klingt in ihren Ohren angesichts der Realität recht schräg: „In vielen Ländern arbeiten die Kinder zum Teil schon ganz früh und helfen mit, die Familie zu ernähren. Die Kinder haben nicht mal Zeit zum Spielen“, gibt Kaya zu bedenken. „Ich finde die Unterschiede krass. In Japan beispielsweise hat jeder Schüler einen Computer mit Webcam zur Verfügung und in Nigeria müssen sie zu viert in einer Bank sitzen.“

Lernen durch Spielen

Aber es ist nicht nur das Thema Bildung, das die Mädchen an diesem Tag beschäftig. Für sie ist auch das Spielen buchstäblich zur ernsten Angelegenheit geworden. „Wir sollten mal wieder Spiele spielen, die man auch früher gespielt hat, es muss ja nicht immer alles immer am Computer oder mit dem Handy sein“, sagt Daniela für die Spielen niemals sinnlos ist, so wie Erwachsene es manchmal denken. „Es ist schwer vorstellbar, das viele Kinder nicht spielen können, entweder besitzen sie keine Spielsache, oder haben einfach keine Zeit dazu weil sie arbeiten müssen“, meint auch Kaya betroffen. „Wenn ich mir vorstelle jeden Tag arbeiten zu müssen und nie spielen zu können, da geht man doch gerne in die Schule. Ich denke da muss unbedingt etwas dagegen getan werden. Mir ist es sehr wichtig, das Kinder auf der ganzen Welt das Recht zu spielen haben.“ Und nicht mehr locker zu lassen und möglichst viele darauf aufmerksam zu machen, das hat sich das Trio zur Aufgabe gemacht.

Es gibt auch bei uns vieles zu tun. Wir haben in unserem Land viele Ausländer und ich finde, sie sollten gleichberechtigt sein. Man sollte ihnen helfen sich gut zu integrieren, alleine schaffen sie das nicht. Ich denke, man sollte Menschen nicht nach ihrer Herkunft oder Religion bewerten. Auch bei uns gibt es viele Jugendliche, die keinen Hauptschulabschluss haben und die sozial ziemlich ausgegrenzt sind und die dann oft auch keinen Job bekommen.
Lilly Deutsch, 13 Jahre

Ich finde es toll bei solchen Projekten mitzumachen. Ich glaube, dass auch wir Kinder Dinge verändern können und nicht immer nur Erwachsene. Meine Mutter arbeitet an einem Kindergarten-Projekt n Ghana mit. Mein Traum ist es mit ihr dorthin zu fliegen und den Kindergarten renovieren zu helfen. Am Wichtigsten ist es, dass die Kinder dort sauberes Wasser bekommen.  
Kaya Kantner, 10 Jahre

Mir macht es Spaß bei go4future dabei sein zu können. Ich finde es gut, etwas für andere zu tun. Wir vergessen oft, wie gut es uns geht. In der Schule haben wir ein Projekt gemacht und alles Mögliche gesammelt auch in der Nachbarschaft. Das Geld haben wir für ein Asylheim für Frauen in der Slowakei gespendet. Meine Mutter hat das Geld selbst dort hin gebracht.
Daniela Seyringer, 10 Jahre

Factbox:

In 19 Bundesstaaten der USA, oder Ländern wie Malaysia, Singapur, Ghana etc. werden Kinder noch im Unterricht geschlagen.

Weltweit geht jedes vierte Mädchen im schulfähigen Alter nicht in die Schule.

Viele Kinder können nicht spielen, weil..

… sie viele Stunden arbeiten müssen

… es draußen zu schmutzig und gefährlich ist

… Krieg ist, oder noch vor kurzer Zeit Krieg war

… sie körperlich oder seelisch verletzt sind