Familien zu Schulanfang gefordert

02.09.13 / 13:04

Die Caritas verzeichnet sowohl in der Beratungsstelle Existenz & Wohnen als auch in der Familienhilfe zu Schulbeginn deutlich mehr Anfragen  

Frau M. ist alleinerziehende Mutter von drei kleinen Kindern, das jüngste kommt in die Spielgruppe, das mittlere besucht das zweite Jahr den Kindergarten und für das älteste Kind beginnt die Schulzeit. Voller Vorfreude fiebert das sechsjährige Mädchen dem ersten Schultag entgegen. Die Schultasche ist gekauft, nur die Schultüte muss noch gefüllt werden. Die Freude über den Schuleintritt ihres ältestes Kindes ist bei der Mutter etwas getrübt: Gleichzeitig startet das jüngere Geschwisterchen mit der Spielgruppe und auch das mittlere Kind braucht in der Startphase des Kindergartens Zuwendung. Da sind eindeutig zwei Hände zu wenig. „Es tut gut, gerade jetzt beim Schulbeginn auf die Unterstützung der Familienhilfe zurückgreifen zu können“, erzählt die Frau. „Die Caritas-Mitarbeiterinnen greifen mir unter die Arme und packen dort an, wo ihre Hilfe gebraucht wird.“ Dass am Schulanfang Familien oft in Bedrängnis kommen und die erste Zeit zu einer Belastungsprobe wird, weiß auch die Leiterin der Caritas-Familienhilfe Doris Jenni: „Gerade am Schulanfang zählen wir überdurchschnittlich viele Anfragen. Bis sich nach den Ferien der Schulalltag eingespielt hat, braucht es Zeit. Da ist Unterstützung von Außen oft sehr hilfreich und eine Entlastung gerade für kinderreiche Familien.“ Die Familienhilfe war im vergangenen Jahr in 425 Familien in 26.291 Einsatzstunden in 58 Gemeinden im Einsatz.  

Unterstützung durch die Caritas – konkret in der Beratungsstelle Existenz & Wohnen - suchen auch Menschen, für die der Schulanfang zur finanziellen Hürde wird.  Gerade für Familien mit mehreren Kindern stehen am Schulanfang größere Ausgaben an. „Neben den Anschaffungskosten für Schulsachen wie die Schultasche und Schreibutensilien schlagen sich auch die Kosten für Klassenkasse oder Schulausflüge sowie die Ausgaben für neue Bekleidung und Schuhe zu Buche“, erläutert Caritas-Stellenleiter Christian Beiser. So wird zu Schulanfang die Beratungsstelle vermehrt aufgesucht.  „Oft brauchen diese Familien nur eine einmalige Unterstützung“, so Christian Beiser.  „Durch  unbürokratische Sachhilfe können wir rasch Druck aus der Situation nehmen und den Anlass nutzen, um gemeinsam mit den bei uns vorsprechenden Menschen nach Möglichkeiten zu suchen, ihre finanzielle Situation langfristig zu verbessern.“ Im Jahr 2012 suchten 2.159 Menschen die Beratungsstelle auf, in der Hälfte der Fälle standen Beratungen und finanzielle Leistungen im Zusammenhang mit materiellen Problemen im Vordergrund. Dabei führten die MitarbeiterInnen der Stelle insgesamt 9.985 persönliche oder telefonische Beratungsgespräche und absolvierten 509 Hausbesuche.

Caritas Familienhilfe
T 05522-200 1049

Beratungsstelle Existenz & Wohnen
T 05522-200 1700