Haiti: Die Menschen können wieder Fuß fassen

26.11.13 / 08:38

Vier Jahre nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti berichten Caritas-Mitarbeiterinnen Andrea Zauner und Coltinette Polo Alexis, wie die Spendengelder aus Vorarlberg vor Ort eingesetzt wurden.

Katastrophen, wie aktuell der Taifun auf den Philippinen, machen betroffen. Sehr viele Menschen möchten nicht tatenlos zusehen, sondern zumindest durch eine Spende rasche Hilfe ermöglichen.

Wie diese Hilfe bei der betroffenen Bevölkerung ankommt, zeigt sich am Beispiel Haiti: Vor knapp vier Jahren war Haiti von einem verheerenden Erdbeben betroffen. 310.000 Menschen kamen damals ums Leben, fast zwei Millionen Frauen, Männer und Kinder hatten kein Zuhause mehr. Die Hauptstadt Port-au-Prince wurde großteils zerstört. In Folge brach eine Cholera-Epidemie aus, die unzählige weitere Opfer forderte.

Rund um den Erdball wurde gespendet, in Vorarlberg schlossen sich verschiedene Organisationen – Caritas, Rotes Kreuz, Land und VN - zum Hilfsprojekt „Vorarlberg hilft Haiti“ zusammen. Für die österreichische Caritas war unter anderem Andrea Zauner dafür verantwortlich, dass Spendengelder vor Ort möglichst wirksam eingesetzt wurden. Mittlerweile konnte die Caritas Österreich Häuser für 428 Familien errichten und die Häuser von 400 weiteren Familien wieder in Stand setzen. Aus den Spenden aus Vorarlberg konnten 150 Häuser finanziert werden.

Gemeinsam mit Andrea Zauner war Coltinette Polo Alexis kürzlich zu Gast in Vorarlberg. Die gebürtige Haitianerin arbeitet im Büro der Caritas Österreich in Gressier, das noch bis 2015 bestehen wird. Sie berichtet von der schwierigen Lage der Bevölkerung auf Haiti. „Die Menschen leben nur noch von einem Tag auf den nächsten – das kommt, das kommt eben.“ Die Arbeitslosenrate auf Haiti sei sehr hoch, die Möglichkeiten, Geld zu verdienen, sehr beschränkt. „Wer arbeitet, muss die ganze Familie ernähren. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die gebildete Bevölkerung immer mehr abwandert“, erzählt Polo Alexis. „Die meisten, die hier studieren, verlassen nach dem Abschluss das Land, weil sie keine Arbeit finden.“

Auch die Cholera sei nach wie vor ein großes Problem. Caritas-Mitarbeiterin Andrea Zauner blickt eher skeptisch in die Zukunft Haitis, zu viele Probleme erschweren den Menschen den Alltag. „Die Regierung bemüht sich, blockiert sich jedoch selbst. Privatunternehmen blühen zwar, nutzen aber der Allgemeinheit nur wenig.“ Andrea Zauner hofft, dass sich das Land bis zur Auflösung des Caritas-Büros 2015 weiter erholt hat. „Entwicklung braucht eben Zeit.“