„Gut leben und würdig sterben“

02.12.13 / 08:11

Was macht eine gute Lebensqualität im Pflegeheim aus? Ist es die pflegerische Betreuung, eine entspannte Atmosphäre oder eine optimale Einstellung der Medikation, die den PatientInnen ein möglichst schmerzfreies Leben ermöglichen?

Ziel des von Hospiz Vorarlberg angeboten Projektes „Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim“ ist die Qualitätsentwicklung auf Basis der von Hospiz Österreich entwickelten und empfohlenen Richtlinien. Darin integriert ist die Fortbildung möglichst aller Heim-MitarbeiterInnen in Palliative Care.

Zwei Jahre lang werden die teilnehmenden Pflegeheime insgesamt von Hospiz Vorarlberg ganz gezielt begleitet und bei der Weiterentwicklung der Organisation unterstützt. „Dadurch entsteht mehr Zufriedenheit bei BewohnerInnen, Angehörigen sowie MitarbeiterInnen“, erläutert Dr. Karl Bitschnau, Leiter von Hospiz Vorarlberg bei einer Pressekonferenz im Benevit-Sozialzentrum Waidach in Bregenz.

In Vorarlberg haben bislang 13 Sozialzentren und Pflegeheime dieses Qualitätsentwicklungsprojekt von Hospiz Vorarlberg in Anspruch genommen. Neu ist, dass sich ein großer Träger, nämlich die Benevit-Vorarlberger Pflegegesellschaft mit acht Heimen an dem Projekt beteiligt. Auch die Pflegeheime der Stadt Dornbirn, sowie die beiden Sozialzentren in Lustenau werden innerhalb der nächsten zwei Jahre das Projekt „Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim“ umsetzen.

„In den letzten Jahren ist die Pflegeintensität in unseren Heimen stark angestiegen. Es kommen nur mehr Menschen in unsere Einrichtungen, die sich teilweise schon in einem sehr schlechten physischen und psychischen Allgemeinzustand befinden. Die Pflege- und Betreuungskräfte sowie auch alle anderen MitarbeiterInnen in den jeweiligen Einrichtungen sind durch diese Entwicklung sehr gefordert“, erläutert Carmen Helbok-Föger, bei Benevit verantwortlich für die Qualitätsentwicklung.

„Bisher wurden 60 Pflegefachkräfte geschult. Im nächsten Jahr nehmen weitere 40 Pflegefachkräfte an dieser Inhouse-Schulung teil. Damit wir in unseren Unternehmen den palliativen Gedanken lebbar machen, haben wir uns zusätzlich für den intensiven zweijährigen Coachingprozess entschieden, der von Hospiz begleitet wird.“ Wie motiviert und engagiert die Mitarbeiterinnen bei diesen Schulungen sind, berichtete Hospiz-Mitarbeiterin Rita Sutterlüty: „Es geht in dieser Schulung nicht alleine darum, Wissen zu vermitteln, sondern gemeinsam zu erarbeiten.“