Keine Chance für Rassismus

12.12.13 / 08:16

Zehn Jugendliche folgten kürzlich der Einladung der youngcaritas Vorarlberg zu einem Anti-Rassismus-Seminar in die Caritas-Zentrale in Feldkirch.

Gemeinsam mit 15 bereits ausgebildeten jugendlichen Anti-Rassismus TrainerInnen werden sie künftig selbst in kleinen Teams ihre eigenen Ideen in Anti-Rassismus Workshops an Vorarlberger Schulen präsentieren. „Ziel dieser Workshops ist es, dass sich so viele SchülerInnen wie möglich mit der Thematik auseinandersetzen. Denn immer wieder sind Jugendliche in der Schule, Beruf und Freizeit von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen“, so Organisator und Caritas-Mitarbeiter Oliver Natter.

Die Jugendlichen wurden in das Thema Anti-Rassismus und Gleichbehandlung eingeführt. MitarbeiterInnen der Flüchtlingshilfe Vorarlberg berichteten über die Situation von Flüchtlingen im Land. Es wurden Vorurteile hinterfragt und Strategien im Umgang mit rassistischen Äußerungen und Taten erarbeitet.

Gerade an den Schulen ist Alltagsrassismus keine Seltenheit. Betroffene Jugendliche sind deshalb Experten. „Jugendliche sind für andere Jugendliche greifbarer und authentischer, deshalb wurde die Idee umgesetzt, dass Jugendliche für andere Jugendliche selbst Workshops zum Thema Anti-Rassismus durchführen“, erläutert Oliver Natter und hofft, durch dieses Projekt möglichst viele Jugendliche für das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sensibilisieren zu können.

Die Schulung und die Workshops werden aus Mitteln der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung finanziert und sind daher für alle Schulen gratis.

 

Umfrage: Warum hast du bei dem Anti-Rassismus Seminar teilgenommen?

„Ich finde es schade, dass man Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion oder Herkunft ablehnt. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass sie vielleicht nicht freiwillig hier sind, sondern aufgrund von Arbeitslosigkeit, Krieg oder anderen Problemen in ihren Ländern zu uns flüchten mussten. Es sollte mehr Solidarität und weniger Hass geben.“
Katharina Riedmann

„Menschen die auswandern, ob gewollt oder gezwungen, haben es verdient in einem neuen Land ein zuhause zu finden. Daher möchte ich mich dafür einsetzen, dass anderen näher gebracht wird, dass es wichtig ist, uns allen klar zu werden, dass wir alle gleich sind.“
Katrin Krois (Stewardess) und einer der Trainerinnen

„Wir haben uns in der Firma mit Rassismus schon beschäftigt und fanden dieses Thema einfach sehr interessant. Man sollte nicht zusehen, es sollte etwas dagegen unternommen werden. Ich schäme mich manchmal selber, wenn ich höre, dass jemand wegen seiner Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert und verspottet wird und niemand was dagegen macht und einfach nur zusieht. Ich will einfach was dagegen machen und meinen Teil dazu beitragen.“
Niklas Meusburger

„Meine Motivation mitzumachen ist meine Überzeugung, dass es wirklich wichtig ist, Schülern so oft und so früh wie möglich die Gelegenheit zu geben, offen und ehrlich ohne Verurteilung über Rassismus zu reden. In der Schule wird ihnen zwar beigebracht, dass Rassismus etwas schlechtes ist und bspw. dunkelhäutige Menschen gelegentlich Opfer von Rassismus werden, aber wenn man noch nie mit einem Schwarzen geredet hat, ist das alles sehr theoretisch. Da ich selber schwarz bin und mich mit dem Thema auseinandersetze, halte ich es für meine Pflicht mit den Menschen offen über ihre Ansichten zu reden und so manches Vorurteil alleine durch ein persönliches Gespräch zu eliminieren.“
Jonas Hampl

 

Weitere Informationen:
Oliver Natter
T 0664-8240056