Sucht: eine tägliche Herausforderung

16.05.14 / 11:15

Eine suchtfreie Gesellschaft ist wohl eine Illusion, die es nie geben wird. Die Suchtarbeit der Caritas ist vielmehr bestrebt, den Menschen andere Perspektiven zu eröffnen und so eine nachhaltige Veränderung zu erwirken.

Die Zahlen aus dem aktuellen Wirkungsbericht 2013 sind beeindruckend.

„Neben der hohen Fachlichkeit der MitarbeiterInnen liegt uns der Aspekt der Menschlichkeit sehr am Herzen. Wir nehmen den Menschen als Ganzes in seiner Individualität und Würde wahr und begegnen ihm auf gleicher Augenhöhe“, erläutert Stellenleiterin Monika Chromy.

Wichtig ist für die Suchtarbeit der Caritas auch, dass die Schwellen, um Hilfe anzunehmen, sowohl für die von Sucht betroffenen Menschen, wie auch für die Angehörigen niedrig gehalten werden.

In den Suchtfachstellen der Caritas in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz und Egg erarbeiten Teams mit SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und TherapeutInnen Lösungsansätze für betroffene Menschen und begleiten auch Angehörige. In der Suchtfachstelle Feldkirch ist das Angebot auch auf KonsumentInnen illegaler Substanzen und Menschen mit Essstörungen ausgeweitet.

1.253 KlientInnen nahmen diese Angebote im vergangenen Jahr in Anspruch, das bedeutet einen Anstieg von rund einem Viertel in den vergangenen sieben Jahren. Ein Themenschwerpunkt lag dabei in den vergangenen Jahren in der Unterstützung von Familiensystemen. Denn gerade die Angehörigen, insbesondere die Kinder von suchtkranken Eltern sind oft einem enormem Leidensdruck ausgesetzt.

Signifikante Steigerungen waren in den vergangenen Jahren auch im Caritas Café spürbar. 2011 wurden das H.I.O.B.-Café und die Teestube zusammengelegt und neu strukturiert. 673 Besucher und über 20.000 KlientInnenkontakte wurden im vergangenen Jahr registriert.

„Diese Entwicklung zeigt, dass das Angebot der Anlaufstelle immer besser angenommen wird und den Bedürfnissen der BesucherInnen entspricht“, erläutert Fachbereichsleiterin Petra Grassl-Riederer.

Neben den gesundheitsfördernden Maßnahmen im Caritas Café (beispielsweise Spritzenausgabe zur HIV und Hepatitis-Prophylaxe) und dem Streetwork-Angebot haben sich die verschiedenen Arbeitsprojekte bewährt, die Menschen mit Suchterkrankungen eine Tagesstruktur und ein Arbeitstraining bieten.

In einer Wohngemeinschaft können suchtkranke Menschen nach einer abgeschlossenen Therapie wieder Fuß fassen – 19 Männer und sechs Frauen fanden dort Wohnraum und Stabilität. Die Suchtarbeit der Caritas ist schließlich auch stark in der Prävention tätig – sei es durch das Krankenhaus-Projekt, bei dem Jugendliche nach einer Einlieferung ins Krankenhaus auf Grund einer Alkoholvergiftung aufgesucht werden, Coachings in Betrieben, Vorträge sowie Workshops zu verschiedenen Suchtproblematiken.

 

Suchtarbeit der Caritas Vorarlberg in Zahlen:

KlientInnen gesamt 2013:                              1.253
BesucherInnen Caritas Café:                         673 Personen
Beschäftige im Koch- und Waldprojekt:          65 Frauen und Männer
Spritzentausch im Caritas Café:                     89.285 Stück
Hilfesuchende Kontaktstelle Essstörungen:   108 Betroffene und Workshops in Schulen