Begegnung und Austausch ermöglichen

23.06.14 / 07:45

Orientalisch anmutende Musik dringt aus den Räumen des Haus Abraham in Feldkirch-Gisingen. Musik, die die dort lebenden AsylwerberInnen ein Stück weit - zumindest für den Moment - in ihre frühere Heimat bringt. Die Heimat, die sie auf Grund von Verfolgung, Krieg oder anderen Gründen verlassen mussten.

Musik, die aber auch die BesucherInnen des „Tag der Begegnung“ die Kultur der verschiedensten Herkunftsländer vermittelt. Und genau das war der Hintergrund für die insgesamt neun Flüchtlingshäuser der Caritas Vorarlberg – dem Tobelhaus Raggal, Haus Maria Rast in Schruns, Haus Gaisbühel in Bludesch, Haus Abraham in Feldkirch-Gisingen, Haus Karim in Dornbirn, Haus Monfort in Bregenz, Haus Batschuns, Haus St. Michael in Feldkirch sowie Frauenhaus Vinzenz in Bezau – ihre Türen zu öffnen: „Eine große, anonyme Masse ist oftmals mit Vorurteilen behaftet. Vorurteile, die sich durch die persönliche Begegnung oft in Verständnis auflösen“, erläutert Fachbereichsleiter Martin Fellacher. Ein Anliegen, das mit diesem Tag der offenen Tür rundherum gelungen ist: Zwischen 50 und 150 Personen, darunter auch sehr viele regionale Politker, nutzten die Gelegenheit zum Besuch in einem der Flüchtlingshäuser.

Neben Führungen durch die einzelnen Häuser wurden Teezeremonien, Lesungen und Kinderprogramme organisiert, kulinarische Köstlichkeiten aus aller Herren Länder standen ebenfalls bereit.  Im „Haus Gaisbühel“ in Schlins wurden im Rahmen einer Ausstellung auch Fakten zum Thema veranschaulicht:

  1. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es weltweit über 50 Millionen Flüchtlinge.
  2. Der massive Anstieg wurde hauptsächlich durch den Krieg in Syrien verursacht.
  3. 2,5 Millionen Menschen wurden dadurch zu Flüchtlingen.
  4. Flucht und Vertreibung haben im letzten Jahr auch in Afrika – vor allem in Zentralafrika und Südsudan – zugenommen.
  5. Umgerechnet 0,04 Prozent aller Menschen auf der Flucht sind dabei AsylwerberInnen, die in Österreich leben; in Zahlen sind es 17.500 Menschen.
  6. In Vorarlberg sind derzeit 865 AsylwerberInnen in Quartieren der Caritas untergebracht.

Deutschkurse und Beschäftigungsangebote, wie beispielsweise die Nachbarschaftshilfe, sind dabei Möglichkeiten für die Flüchtlinge, die Zeit bis zum Abschluss des Asylverfahren sinnvoll zu nutzen.