Behutsame Begleiterinnen am Lebensende

11.08.14 / 15:52

Sie hören zu, sind aufmerksame Gesprächspartner, können auch schweigen – sie  sind einfach da.

Marika Harich und Jutta Gasperi engagieren sich ehrenamtlich bei Hospiz Vorarlberg. Sie begleiten schwer kranke und sterbende Menschen am Ende ihres Lebens.

Warum engagieren Sie sich bei Hospiz und was bedeutet Ihnen die Tätigkeit als Hospizbegleiterin?
Marika Harich:
Ich bin jetzt in Pension und wollte unbedingt etwas Sinnvolles tun. Das Thema Tod ist mir nicht fremd. Ich habe in kürzester Zeit meine Eltern verloren. Kurz danach habe ich  mich entschieden, mich ehrenamtlich bei Hospiz zu engagieren. Für mich hat sich durch diese Tätigkeit viel in meinem Leben geändert.

Beispielsweise bin ich viel ausgeglichener. Dinge, die mich früher aufgeregt haben, sind mir jetzt viel gleichgültiger geworden. Mal etwas stehen lassen können, ohne es zu zerpflücken und auf alles immer eine Antwort haben wollen, das ist mir jetzt zur Lebensdevise geworden.

Was sind die Voraussetzungen dafür, dies tun zu können?
Jutta Gasperi:
Auf alle Fälle muss man spontan sein. Die Situationen rund um einen kranken, sterbenden Menschen können sich sehr schnell verändern. Man muss sich aber auch zurücknehmen können. Es kann turbulente aber auch ruhige Tage geben. Man muss spüren, was der Mensch vor einem möchte, sich dessen bewusst sein und sehr behutsam mit allen umgehen.

Wie grenzen Sie sich ab?
Marika Harich:
Ich versuche aufzupassen, nicht  zu „viel“ zu tun, einfach da zu sein und alles andere auszublenden. Es ist wichtig die eigenen Grenzen zu kennen und diese Grenzen auch ohne schlechtes Gewissen zu zulassen.

Was bedeutet für Sie Würde bis zuletzt?
Jutta Gasperi:
Für mich ganz klar: dem Menschen, der vor einem ist, seinen Willen lassen. Sterben und Tod gehen auch ohne Worte, das läuft auf einer ganz anderen Ebene ab. Der Mensch darf nicht zum Objekt werden. In den Spitälern hat hier auch bereits ein Umdenken stattgefunden. Der Umgang mit den Menschen in dieser letzten Phase ist viel sensibler und einfühlsamer geworden.

 

Neuer Lehrgang für angehende HospizbegleiterInnen startet

Im ganzen Land sind Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich für die Begleitung von schwerkranken, sterbenden und trauernden Menschen einsetzen möchten, willkommen. Im Oktober dieses Jahres startet ein neuer Befähigungskurs. Dazu findet am Mittwoch, 17. September, um 19 Uhr im Pflegeheim St. Josef in Schruns eine Infoveranstaltung statt. Eine Voranmeldung dazu ist nicht nötig.

 

Informationsveranstaltung Hospiz Vorarlberg
Mittwoch, 17. September, 19 Uhr
Im Pflegeheim St. Josef, Ausserlitzstrasse 71, 6780 Schruns

Hospiz Vorarlberg
Maria-Mutter-Weg 2
6800 Feldkirch
T 05522-200 1100