Inlandskampagne der Caritas: „Wohin mit Ihnen?“

03.11.14 / 09:39

Mütter und Kinder geraten oft unbemerkt in Notsituationen. Damit ihnen unter die Arme gegriffen werden kann, startet die Caritas im November die Inlandshilfe-Kampagne.

  

„Wenn mir jemand vor zwei-drei Jahren gesagt hätte, wie ich heute lebe, ich hätte es schlichtweg nicht geglaubt. Damals lebte ich mit meinem Partner und den drei Kindern in einem Einfamilienhaus, es ging uns gut. Heute weiß ich oft von einem Tag auf den anderen nicht, wie ich Milch und Brot kaufen, geschweige denn die Miete bezahlen kann.“ Frau M. erzählt ihre Geschichte offen, mit vollem Namen möchte sie jedoch nicht in der Zeitung stehen. „Die Kinder werden so schon oft ausgegrenzt, weil wir uns viele Dinge einfach nicht leisten können.“

Die finanziellen Schwierigkeiten hatten begonnen, als ihr Mann zuerst im Ausland eine Arbeitsstelle angenommen und kurze Zeit später die Scheidung beantragt hatte. Bis finanziell alles geregelt war, dauerte es lange Wochen und Monate, in der sie noch keinen Unterhalt bekam. „Alleine konnte ich die Raten für das Haus nicht abbezahlen, eine günstige Wohnung zu finden ist gerade mit Kindern fast ein Ding der Unmöglichkeit.“ Die Kosten für Kaution, Miete und Energiekosten belasten das Haushaltsbudget über die Maßen, Frau M. verschuldet sich.  

„Mangelware“ leistbarer Wohnraum  

Eine Erfahrung, die auch der zuständige Fachbereichsleiter der Caritas Vorarlberg, Michael Natter, bestätigt: „Leistbarer Wohnraum ist sehr knapp geworden, teilweise können die überteuerten Mieten nicht mehr bezahlt werden, billigere Wohnungen sind schlicht nicht vorhanden.“ Erfreulich sei, dass die Anzahl der Delogierungen in Vorarlberg zwar abnehme, dahinter stecke jedoch viel Arbeit und Einsatz. „Wir stehen an einem Punkt, an dem es immer schwieriger wird, für diese Menschen preisgünstige Wohnungen zu organisieren.“

In der Beratungsstelle „Existenz&Wohnen“ konnte im vergangenen Jahr mit viel Einsatz für rund hundert Familien, die dringenden Bedarf an einer günstigen Wohnung hatten, neue Wohnungen gefunden werden. Auffallend auch die Zunahme an Alleinerzieherinnen, die um Unterstützung angefragt haben – 2013 wurde ein Plus an Hilfesuchenden von 17 Prozent verzeichnet, insgesamt sind das über 400 Mütter. „Die Fallzahlen in der Beratungsstelle Existenz und Wohnen nehmen seit Jahren konstant um circa zehn Prozent zu“, erläutert Michael Natter. Eine Zunahme verzeichnet auch die Notschlafstelle der Caritas in Feldkirch durch Menschen, die innerhalb der EU auf der Suche nach Arbeit sind.    

„Hält die Tendenz weiter an, erwarten wir, dass im aktuellen Jahr 2.600 Frauen und Männer um Unterstützung bei uns ansuchen, die im gleichen Haushalt lebenden Familienmitglieder mit eingerechnet sind rund 5.400 Personen betroffen.“  

Umso wichtiger ist es für Menschen wie Frau M., wenn sie eine Anlaufstelle haben, die den Faden in einem Wirrwarr von Problemen wieder aufgreift: Die Sozialarbeiterin analysiert gemeinsam mit der KlientIn, wie sie ihre finanzielle Situation in den Griff bekommen kann und informiert sie über mögliche Unterstützungen. Dabei wird schnell klar: Fast zwei Drittel ihrer Einnahmen müssen für Miete, Strom und Gas verwendet werden. Durch einen Stromsparcheck werden Einsparmaßnahmen im Energiebereich geprüft, mit carla-Gutscheinen kann die Familie die benötigten Wintersachen für die Kinder einkaufen.  

Jede Spende hilft!
Mit der Novemberkampagne der Caritas Vorarlberg können wir gemeinsam helfen, dass Menschen in Not nicht hilflos auf der Straße stehen, dass Familien durch schwierige Situationen geholfen wird und dass Kinder alles Notwendige für einen fairen Start ins Leben haben.  

„Ihre Spende wirkt Wunder!“ - So können Sie helfen:
Kennwort „Inlandshilfe; Raiffeisenbank Feldkirch
KtoNr. 40.006, BLZ 37422,
IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006,
BIC RV VGAT2B422

Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at

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