Es ist normal verschieden zu sein

15.01.15 / 15:36

Zwei lachende SPAR-Mitarbeiter räumen Lebensmittel in ein Regal ein.
Straßenreiniger Mathias Jochum in seiner Arbeitskleidung mit Schubkarre.

Diese Aussage von Richard von Weizsäcker könnte das Motto der 50-Jahre Feier des Caritas-Bereiches "Menschen mit Behinderung" sein.  

 

Als vor 50 Jahren in Bludenz der Grundstein für die erste Einrichtung dieser Art in Vorarlberg - damals unter dem Namen "Beschützenden Werkstätte" - gelegt wurde, galt dies als Pionierarbeit weit über die Grenzen des Landes hinaus. Der damalige Sonderschuldirektor Alfred Simoni hatte klare Visionen: "Wir müssen nicht zum Mond fliegen, sondern Werkstätten für die Behinderten gründen. Wir brauchen keine Mondlandung, sondern die Liebe zu behinderten Kindern."    

 

Meilensteine

  • Seit damals hat sich viel geändert. Inzwischen finden 128 Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen Arbeit und Tagesstruktur in den drei Werkstätten in Bludenz, Schruns und Ludesch.
  • 52 Männer und Frauen haben in einer der fünf voll- und drei teilbetreuten Wohngemeinschaften ihr Zuhause.
  • Das "Buralädele" in Ludesch, das "Sprungbrett-Lädele" das SB-Restaurant "guat und gnuag" in Schruns und viele weitere Angebote zeigen den Menschen, dass ihre Arbeit wichtig ist.
  • Im Rahmen des Angebotes "Kompass" haben 34 junge Menschen eine Qualifizierung abgeschlossen, 26 von ihnen waren anschließend auf einem integrativen Arbeitsplatz tätig.
  • Schließlich werden 28 junge Frauen und Männer durch das Angebot "Leben in Selbständigkeit" auf ihrem Weg in ein möglichst eigenständiges Leben begleitet.    

 

Grund zum Feiern
Alle diese vielen positiven Entwicklungen der vergangenen 50 Jahre, geben Anlass zur Freude und sind gleichzeitig "Motor" zur Weiterentwicklung: "Ziel für die nächsten Jahre muss es sein, dass die Caritas zusammen mit dem Land, den Gemeinden, anderen sozialen Einrichtungen, aber vor allem mit den betroffenen Menschen, Angehörigen und allen Beteiligten ein entsprechendes Leitbild schafft und mit der kontinuierlichen Umsetzung allen Menschen ermöglicht, mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen selbstverständlich an der Gesellschaft teilhaben zu können. Ich wünsche mir, dass wir auf die Stärken der Menschen schauen und nicht ihre Schwächen in den Vordergrund rücken. Unsere Vision ist es, dass wir immer weniger Sondereinrichtungen benötigen und dass alle Menschen von Anfang an einen selbstverständlichen Platz in der Gesellschaft haben. Dazu sollen sie die notwendige Unterstützung erhalten", betont Caritasdirektor Peter Klinger.