Rassismus keine Chance geben

23.02.15 / 14:34

SchulsprecherInnentreffen in Dornbirn: Eines der Schwerpunktthemen war ein Anti-Rassismus-Seminar. Die Jugendlichen zeigten sich beeindruckt.

 

KlassensprecherIn zu sein, ist eine Ehre, die oftmals aber auch schwierige Aufgaben mit sich bringt. So beispielsweise, wenn in der Klasse Ausgrenzungs-Tendenzen gegenüber SchülerInnen, die auf Grund von Herkunft, Glaube, Hautfarbe, Größe oder Figur anders als die anderen sind.

Das wissen die Jugendlichen  auch - das Interesse am Anti-Rassismus-Workshop im Rahmen des KlassensprecherInnentreffens in Dornbirn war enorm. "Es ist wichtig, dass man Rassismus zum Thema macht. Es sollen nicht die Unterschiede in den Mittelpunkt rücken, es zählt doch der Mensch", zeigt sich etwa der zwölfjährige Aziz Ozcan auffallend reif und auch der gleichaltrige Marlon Marte nickt: "In unsere Schule gibt es beispielsweise ganz unterschiedliche Glaubensrichtungen. Ich bin froh um jede Information, die ich bekommen kann. Ich bin überzeugt, dass Wissen verständnisvoller macht."  

 

Dieses Wissen "liefern" an diesem Nachmittag die beiden Anti-Rassismus-Trainer der youngCaritas, Tabea Christa und Jonas Hampl. Zu Beginn mit Theorie: So kann etwa die Tatsache, dass meine Nachbarin ein Kopftuch trägt, auf völlig unterschiedliche Weise aufgenommen werden. Wenn Unterschied - "viele Frauen tragen Kopftücher" - mit Wertung - "Kopftuchträgerinnen werden unterdrückt" - und Verallgemeinerung - "Alle Muslime unterdrücken ihre Frauen" - aufeinandertreffen und eine Funktion angestrebt wird, kann dies zu Rassismus führen. "So werden Milliarden Menschen verallgemeinert. Und dabei wäre es so simpel, meine Nachbarin zu fragen, warum sie ein Kopftuch trägt", gibt Jonas Hampl zu bedenken.  

Auch ein Spiel macht die Jugendlichen nachdenklich: Tabea Christa und Jonas Hampl lassen die Kids an Hand von Fotos erraten, wer beispielsweise Terrorist, Mörder oder Friedensnobelpreisträger ist. Die minimale Trefferquote beweist: Der erste Eindruck mag zwar prägend sein, vom Aussehen auf Fähigkeiten und Eigenschaften schließen zu können, ist aber vermessen.  

"Ziel dieser Workshops ist es, dass sich so viele SchülerInnen wie möglich mit der Thematik auseinandersetzen. Denn immer wieder sind Jugendliche in der Schule, Beruf und Freizeit von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen", so der zuständige youngCaritas-Mitarbeiter Oliver Natter.  

 

Dabei werden Vorurteile hinterfragt und Strategien im Umgang mit rassistischen Äußerungen und Taten erarbeitet. Gerade an den Schulen ist Alltagsrassismus keine Seltenheit. Betroffene Jugendliche sind deshalb Experten. "Jugendliche sind für andere Jugendliche greifbarer und authentischer, deshalb wurde die Idee umgesetzt, dass Jugendliche für andere Jugendliche selbst Workshops zum Thema Anti-Rassismus durchführen", erläutert Oliver Natter und hofft, durch dieses Projekt möglichst viele Jugendliche für das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sensibilisieren zu können.  

Die Schulung und die Workshops werden aus Mitteln der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung finanziert und sind daher für alle Schulen gratis.  

 

Weitere Informationen:
Oliver Natter,
Tel. 0664-82 40 056,
vbg.youngcaritas.at

  • Klassensprecher Fiona und Lara

    Klassensprecher Fiona und Lara