Gerade Kinder sind hier sehr verankert

24.02.15 / 10:26

Drei Kinder unterschiedlicher Ethnien spielen im Schnee. Sie tragen dicke Winterbekleidung, die schwarz, weiß, rot und braun ist. Sie sitzen dabei in einer Hocke auf einem Schneehügel. Alle drei Kinder sind erfreut und haben Spaß. Einer der drei Jungs zeigt noch das Victory Zeichen mit beiden Händen.

Rita Greussing und Cornelia Marinelli - beides Psychologinnen - betreuen und begleiten die geflüchteten Frauen und ihre Kinder, die im "Haus Vinzenz" in Bezau untergebracht sind.  

 

Der kleine Honour weint. Eigentlich war Spaß im Schnee für die Kinder aus dem "Haus Vinzenz" angesagt und wie es halt so ist, gab es Krach unter den Kids. Honour will Trost und "a Sälble" auf seinen Fuß. Ganz normaler Alltag im Frauenhaus der Flüchtlingshilfe der Caritas Vorarlberg. Doch Rita Greussing und Cornelia Marinelli helfen nicht nur für die kleinen Wunden - die meisten Bewohnerinnen haben traumatische Erlebnisse hinter sich, ehe sie im Bregenzerwald ein Stück weit zur Ruhe kommen konnten. 15 Frauen und zehn Kinder sind derzeit untergebracht. Sie stammen aus Syrien, Iran, Afghanistan, Nigeria, Tschetschenien, der Mongolei und der Türkei.  

 

Warum hat sich die Caritas dazu entschieden, ein eigenes Frauenhaus einzurichten? "Gerade alleinstehende Frauen mit Kindern sind auf mehr Unterstützung angewiesen", erläutert Cornelia Marinelli. Viele haben durch Krieg ihre Männer verloren, andere sind nach schrecklichen Erlebnissen mit dem Tod bedroht worden", erklärt sie und deutet etwa auf die Steinigungen in Afghanistan hin. Die Psychologinnen unterstützen durch Einzelgespräche, bei Arzt- und Behördengängen, beim Asylverfahren, helfen in Krisensituationen oder bei der Kinderbetreuung.

 

Glücklicherweise musste noch nie eine Familie aus dem Haus abgeschoben werden, lediglich eine Frau ist freiwillig aus dem Haus ausgezogen, um eine Abschiebung zu vermeiden. Das Schicksal der Frauen macht die Betreuerinnen dennoch oft betroffen: "Vor allem Mütter müssen sehr viel Stärke mitbringen. Sie sind nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Kinder und deren Zukunft verantwortlich."