Caritas zur Attacke auf Flüchtlingshaus Alberschwende

07.04.15 / 13:24

Ein männlicher Asylwerber wartet im Bereich des Eingangs seines Quartiers. Er hat schwarze Haare, trägt eine Jeans und ein blaues t-Shirt. Sein Blick richtet sich nach draußen.

Übergriff wird verurteilt, gleichzeitig wünscht sich die Caritas Vorarlberg, dass die Rechtspraxis bei sogenannten "Dublin-Fällen" hinterfragt wird.  

 

Acht Männer leben derzeit in einem von der Caritas Vorarlberg angemieteten Quartier in Alberschwende und werden dort in der Grundversorgung betreut. Der Übergriff von Montag-Nacht wird von Seiten der Caritas Vorarlberg verurteilt. Der Ort ist in jüngster Zeit vor allem durch die mediale Präsenz durch ein beispielhaftes Bürgerengagement in den Mittelpunkt gerückt.

Alberschwendner BürgerInnen - allen voran Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann - hatten sich für den Verbleib der Flüchtlinge im Ort stark gemacht. Caritasdirektor Peter Klinger begrüßt Bürgerinitiativen dieser Art: "Wir haben schon öfters schöne Beispiele mit positivem Ausgang erlebt", nennt er etwa Initiativen in Röthis und Schruns, beziehungsweise Suzberg und Lauterach, die sich für den Verbleib von AsylwerberInnen engagiert haben. Die Vorarlberger Bevölkerung zeige sich dabei immer wieder solidarisch, dankt der Caritasdirektor für die Hilfsbereitschaft.  

Rechtspraxis hinterfragen  

Gemeinsam mit Fachbereichsleiter Martin Fellacher unterstreicht er, dass es die Rechtspraxis bei sogenannten "Dublin-Fällen" zu hinterfragen gelte. "Die Aufteilung von Dublin-Fällen auf alle Bundesländer hat zur Folge, dass AsylwerberInnen in den Orten bereits integriert sind und dann aber keine Aussichten auf Bleiberecht haben. Das ist keine menschliche Vorgangsweise. Zudem ist es eine sehr kostenintensive Aktion, da diese Menschen wiederum oft in Polizeibegleitung nach Traiskirchen zurück gebracht werden. Für bereits zugeteilte Menschen sollte das Asylverfahren in Vorarlberg absolviert werden." Und weiter: "Der erworbene Grad der Integration - wenn auch nur kurzfristig - muss im Dublinverfahren Berücksichtigung finden."

Insgesamt müsse die Abschiebepraxis in Länder, die EU-Richtlinien nicht einhalten, von der Politik überdacht werden, betont Martin Fellacher.