Sucht: eine tägliche Herausforderung

22.05.15 / 08:37

Zwei junge erwachsene Frauen sitzen an einem Tisch. Sie führen ein Gespräch und eine Frau notiert sich die Kernelemente der Besprechung.

Eine suchtfreie Gesellschaft ist wohl eine Illusion, die es nie geben wird. Die Suchtarbeit der Caritas ist vielmehr bestrebt, den Menschen andere Perspektiven zu eröffnen und so eine nachhaltige Veränderung zu erwirken. Die Zahlen aus dem aktuellen Wirkungsbericht sind beeindruckend.

Neben der hohen Fachlichkeit der MitarbeiterInnen liegt uns der Aspekt der Menschlichkeit sehr am Herzen. Wir nehmen den Menschen als Ganzes in seiner Individualität und Würde wahr“, erläutert Stellenleiterin Monika Chromy. Wichtig ist für die Suchtarbeit der Caritas auch, dass die Schwellen, um Hilfe anzunehmen, sowohl für die von Sucht betroffenen Menschen wie auch für die Angehörigen niedrig gehalten werden.

In den Suchtfachstellen der Caritas in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz und Egg erarbeiten Teams mit SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und TherapeutInnen Lösungsansätze gemeinsam mit den betroffenen Menschen und begleiten auch Angehörige. In der Suchtfachstelle Feldkirch ist das Angebot auch auf KonsumentInnen illegaler Substanzen und Menschen mit Essstörungen ausgeweitet. 1.260 KlientInnen nahmen diese Angebote im vergangenen Jahr in Anspruch, das bedeutet einen Anstieg von rund einem Viertel in den vergangenen sieben Jahren. Weitere 1.851 Personen wurden mit den 19 Gruppenangeboten im ganzen Land erreicht. Ein Themenschwerpunkt in den vergangenen Jahren lag in der Unterstützung von Familiensystemen. Denn gerade die Angehörigen, insbesondere die Kinder von suchtkranken Eltern sind oft einem enormem Leidensdruck ausgesetzt.

Signifikante Steigerungen waren in den vergangenen Jahren auch in der Kontakt- und Anlaufstelle  Caritas Café spürbar. 2011 wurden das H.I.O.B.-Café und die Teestube zusammengelegt und neu strukturiert. 774 verschiedene BesucherInnen mit über 24.000 KlientInnenkontakten wurden im vergangenen Jahr registriert. „Diese Entwicklung zeigt, dass das Angebot der Anlaufstelle immer besser angenommen wird und den Bedürfnissen der BesucherInnen entspricht“, erläutert Stellenleiter Peter Wieser.

Neben den gesundheitsfördernden Maßnahmen im Caritas Café (beispielsweise Spritzenausgabe zur HIV und Hepatitis-Prophylaxe) und dem Streetwork-Angebot haben sich die verschiedenen Beschäftigungsprojekte bewährt, die Menschen mit Suchterkrankungen eine Tagesstruktur und ein Arbeitstraining bieten.

In einer Wohngemeinschaft können suchtkranke Menschen nach einer abgeschlossenen Therapie wieder Fuß fassen – zwölf Männer und vier Frauen fanden dort Wohnraum und Stabilität. Die Suchtarbeit der Caritas ist schließlich auch stark in der Prävention tätig – sei es durch das Krankenhaus-Projekt, bei dem Jugendliche nach einer Einlieferung ins Krankenhaus auf Grund einer Alkoholvergiftung aufgesucht werden,  Coachings in Betrieben, Vorträge sowie Workshops zu verschiedenen Suchtproblematiken.


Suchtarbeit der Caritas Vorarlberg in Zahlen:


KlientInnen gesamt 2014:                              1337 (inkl. GWA)
BesucherInnen Caritas Café:                          774 Personen
Beschäftige im Koch- und Waldprojekt:           60 Frauen und Männer
Spritzentausch im Caritas Café:                      101.421 Stück
Hilfesuchende Kontaktstelle Essstörungen:    101 Betroffene und Workshops in                             Schulen

Hilfe und Information: www.caritas-vorarlberg.at

  • Eine Person, die grün bekleidet ist, trägt in ein Trinktagebuch ein.

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