Miteinander mit Gott unterwegs

12.06.15 / 09:23

Pfarrbeauftragte trafen sich zu einem Austauschtreffen. In der Mitte des Veranstaltungsraums befindet sich eine große weiße Kerze, die auf einem gelben Tuch am Boden steht.

Woraus schöpfen Pfarrbeauftragte Kraft für Ihren Pastoraldienst? Helga Kohler-Spiegel, Theologin und Pädagogin mit Praxis für Psychotherapie und Supervision, weiß eine Fülle von Möglichkeiten. In Dornbirn St. Martin gestaltete sie einen sehr interessanten Abend zum Thema.

Menschen kommen aus dem Alltag in den Gottesdienst, bringen ihre Freuden und Sorgen mit und gehen gestärkt in den Alltag zurück. Damit ihr Dienst für Pfarrbeauftragte nicht zum „Krafträuber“ wird, gilt es zu definieren, wozu man „Nein“ sagen muss – dieses „ich widersage“ sei schon in der Taufliturgie verankert.

„Das kann zu viel Hektik sein oder ein Bemühen, das ohne Echo bleibt“, nennt Helga Kohler-Spiegel Beispiele und weiß gleichzeitig drei Säulen, die in Balance stehen sollten: Gottesliebe, Nächstenliebe und Selbstliebe. „Das funktioniert wie ein dreibeiniger Schemel. Damit der Halt gewährt bleibt, müssen alle Standbeine stabil auf dem Boden stehen.“

Was in der religiösen Praxis selbstverständlich gelebt wird, wird in Management–Kursen neu vermittelt: Pausen im Alltag einzulegen. „Das kann über Musik erfolgen, aber auch in der Natur“, erläutert Helga Kohler-Spiegel, was Kraftquellen im Alltag sind. Lohnend sei es auch, den Blick auf andere Menschen zu richten und zu beobachten, was sie tun, um die Kraft nicht zu verlieren. „Stärkend im Alltag ist auch die eigene Geschichte. Das kann die Erinnerung an das Kind sein, das ich war, die wieder Türen aufstößt zur Kraft in mir, oder die Erinnerung an Menschen vor uns, die mir wichtig sind und die für mich stärkend waren“, weiß Helga Kohler-Spiegel.

 

Gebunden im Glauben

Christinnen und Christen sind berufen, so zu leben wie Jesus – auf ihre jeweils eigene Art. „Der Glaube ermutigt uns, uns selbst zu werden, den eigenen Weg zu gehen – von Gott begleitet und mit der Zusage `Fürchtet euch nicht`.“ Gott verspreche den Menschen in der Bibel kein einfaches und unkompliziertes, leider auch kein leidfreies, aber ein begleitetes Leben. Wo wir bei unseren Mitmenschen gebraucht werden und wo es genug sei, müssen wir selbst entscheiden.

„Der barmherzige Samariter macht uns deutlich: Christ-sein ist nicht möglich, ohne uns einzulassen auf die Menschen, die uns begegnen.“ Es gehe darum, das zu tun, was im „Hier und Jetzt“ wichtig sei.  

Gemeinsam mit Ingrid Böhler von der Pfarrcaritas sowie Roland Sommerauer und Matthias Nägele, Beauftrage der Katholischen Kirche für dieses Thema, reflektierten die TeilnehmerInnen ihre eigenen Quellen als Pfarrbeauftrage und gingen der Frage nach, was für sie jeweils „Spiritualität im Alltag“ bedeutet. Bei einem gemütlichen Ausklang gab es ebenfalls die Gelegenheit, mit den ReferentInnen ins Gespräch zu kommen.

  • Eine Gruppe von etwa zehen Personen sind in einem Sitzkreis zusammengekommen. Dabei sind es überwiegend ältere Mitmenschen.

  • Vier Personen stehen vor einer hölzernen Wand. Sie sind edel gekleidet und lächeln in die Kamera. Die zwei Frauen mittleren Alters stehen in der Mitte und die zwei Männer am Rand. Eine Frau trägt einen dunklen Blazer die andere ein braunes Top. Die beiden Männer tragen ein kariertes bzw. ein grünes Hemd.

  • Eine Gruppe von etwa zehen Personen sind in einem Sitzkreis zusammengekommen. Dabei sind es überwiegend ältere Mitmenschen.
  • Vier Personen stehen vor einer hölzernen Wand. Sie sind edel gekleidet und lächeln in die Kamera. Die zwei Frauen mittleren Alters stehen in der Mitte und die zwei Männer am Rand. Eine Frau trägt einen dunklen Blazer die andere ein braunes Top. Die beiden Männer tragen ein kariertes bzw. ein grünes Hemd.