Soziale Einstellung zum Beruf gemacht

18.06.15 / 11:27

Manuela Loretz koordiniert die Familienhilfe der Caritas im Unterland. Aber auch privat ist sie zur Stelle, wenn Menschen in ihrem Umfeld Hilfe brauchen.

Ein Familienleben kann turbulent sein und dann benötigt es Hilfe von außen. Wenn etwa ein Geschwisterchen geboren wird, wenn die Mutter erkrankt, wenn ein Kuraufenthalt ansteht, wenn ein Kind mit Beeinträchtigung vermehrte Aufmerksamkeit braucht oder wenn einem einfach alles „über den Kopf wächst“ und man nicht mehr weiter weiß - dann ist die Familienhilfe der Caritas Vorarlberg vor Ort zur Stelle und greift der Familie tatkräftig unter die Arme.

 

Die gebürtige Montafonerin Manuela Loretz koordiniert seit kurzem gemeinsam mit ihrer Kollegin Elisabeth Feistenauer sowie Stellenleiterin Doris Jenni diese Einsätze. „Die große Herausforderung im Berufsalltag ist, den Familien die Hilfestellung anzubieten, die sie im Moment benötigen und gleichzeitig für die Einsatzplanung die Nachfrage mit den vorhandenen Personalmöglichkeiten unter einen Hut zu bringen. Es gilt vorhandenen Druck aus der jeweiligen Situation zu nehmen und somit Krisensituationen vorzubeugen oder auch zu entschärfen.“ Bei der sehr komplexen Einsatzplanung kommt ihr ihr organisatorisches Talent zu Gute, Manuela Loretz hat den Ruf, dass sie nichts so schnell aus der Ruhe bringt.

Spannend findet sie bei ihrer Arbeit auch die Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kulturen. In 322 Haushalten waren die insgesamt 25 Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter der Familienhilfe im vergangenen Jahr tätig. Obwohl die beiden Männer im Team keine Sonderstellung haben und auch wollen, können sie gerade in Familien, in denen die Mutter allein erziehend ist, einen wertvollen, männlichen „Part“ einbringen und sind so gerade bei eine wichtige Bezugsperson für die Kinder.

„Ich habe mir mein Hobby zum Beruf gemacht“, kann Manuela Loretz zufrieden von sich behaupten. Denn auch privat ist sie ein sehr sozialer Mensch: „Ich habe schon von Klein auf in meiner Familie mitbekommen, dass man hilft, wo Hilfe gebraucht wird.“ Aus dieser Überzeugung heraus hat sie gemeinsam mit Bruder Thomas und weiteren Gleichgesinnten den Verein „Bonesbar“ gegründet. Zeitgleich mit dem Snowboard-Cross  wurde in Schruns im vergangenen Dezember bereits zum dritten Mal eine Zeltparty veranstaltet, aus dem Erlös werden Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen unterstützt. „Dabei waren auch beim letzten Mal um die 80 Freiwillige im Einsatz“, erzählt sie von viel Vorbereitungsarbeit, der Suche nach Sponsoren und vielem mehr. „Dennoch ist es ein sehr zufrieden stellendes Gefühl, wenn das Event gut über die Bühne gebracht wird und man dadurch jemandem helfen kann. Das macht auch uns als Veranstalter dankbar.“

Zur Person:

  • Manuela Loretz
  • Geboren: 1989 in Bludenz
  • Laufbahn: Studium am MCI in Innsbruck: Nonprofit-, Sozial- und Gesundheitsmanagement, zwei Jahre Privatwirtschaft, seit April 2015 Caritas Vorarlberg.
  • Hobbies: Tanzen, Sport in der Natur, Menschen helfen