Caritas startet Kampagne gegen Hunger

11.07.15 / 07:27

Caritas-Mitarbeiterin Elke Kager zeigt äthiopischen Kindern Fotos auf ihrer Kamera. Die Kinder schauen gespannt und sind erfreut. Elke trägt eine blaue Bluse und die Kinder sind bunt, in unterschiedlichen Farben gekleidet.

Caritas-Mitarbeiterin Elke Kager berichtet, wie die Hilfe aus Vorarlberg in Projekten in Äthiopien ankommt.

Täglich sterben 8.000 Kinder weltweit auf Grund von Hunger und Unterernährung.
Eine Äthiopien-Reise nutzte Caritas-Mitarbeiterin Elke Kager, um sich ein Bild über die von Vorarlberger SpenderInnen unterstützten Projekte zu machen. Dabei zeigt sich: Veränderung ist möglich: Heute leiden weltweit 140 Millionen Menschen weniger an Hunger als noch vor zehn Jahren.

Aus Spendenmittel der Vorarlberger Bevölkerung sowie öffentlichen Institutionen konnten im vergangenen Jahr über 1,4 Millionen Euro allein in Äthiopien – unter anderem  in Ernährungssicherungsprogramme - investiert werden. 100.000 Menschen wurde durch Getreide-Genossenschaftsprogramme das Überleben in Äthiopien und Mosambik gesichert. 40.000 Kinder profitieren von den Bildungsprojekten.

Ein Beispiel, wie die Vorarlberger Hilfe ankommt, ist das Dorf Galo Hirabe, rund 30 Kilometer südlich von Meki. In einer Dürreperiode wussten sich die Menschen nicht anders zu helfen, als die Bäume auf dem Hochplateau zu fällen und das Holz zu verkaufen. Das hatte weitreichende Konsequenzen für das Dorf – der Boden ist erodiert, die Ernten der folgenden Jahre verdorrten. Bewässerungsgräben im Hang bewirken, dass sich dort fruchtbare Erde sammelt und so wiederum Bäume gepflanzt werden können. Stolz zeigen die Frauen des Dorfes auch ihre Lehmherde – diese sind eine enorme Erleichterung für sie: „Früher war mein ganzes Haus verraucht, wenn ich gekocht habe. Jetzt komme ich mit wesentlich weniger Holz aus und die Decke ist nicht mehr verrußt“, erzählt die 33-jährige Masarat den Besuchern aus Vorarlberg. 960 solcher Sparöfen konnten in dieser Region an Familien übergeben werden. Eine der Maßnahmen, die Ernährungssituation der DorfbewohnerInnen zusätzlich sichern soll, ist die Bienenzucht – die Bauern bekommen dabei Bienenstöcke und entsprechendes Know-how. Eine große Hilfe ist für die Menschen auch Saatgut, das Dürreperioden länger standhält.

1.100 Familien können allein in dieser Region vor Hunger nachhaltig geschützt werden. Es gibt aber auch für die Zukunft große Herausforderungen, etwa die Trinkwasserversorgung oder den Ausbau von Schulen und Gesundheitsstationen sowie Genossenschaftsprogrammen für Landwirte. „Die Erfolge machen Hoffnung und zeigen, dass wir in der Lage sind, Armut und Hunger zu besiegen. Die Menschen brauchen lediglich eine Starthilfe, damit sie auf ihren eigenen Beinen stehen können.“

  • Zwei äthiopische Kinder, schlicht gekleidet, laufen auf einer Schotterstraße neben einem Esel her, der ein Wagen voller Holz zieht. Im Hintergrund befindet sich ein grüner Wald.

  • Zwei äthiopische Kinder, schlicht gekleidet, laufen auf einer Schotterstraße neben einem Esel her, der ein Wagen voller Holz zieht. Im Hintergrund befindet sich ein grüner Wald.