Ein Stück „Sonne“ aus Vorarlberg

01.10.15 / 11:51

Eine Gruppe vieler Menschen steht vor einem Haus mit großen Glasfenstern. Die meisten tragen eine kurze Kleidung.

Caritas und viele private Unterstützer und Firmen setzten in den vergangenen zwei Jahren ein Begegnungszentrum für Kinder mit Behinderung in Armenien um. Eine Abordnung aus Vorarlberg, darunter auch Landesrat Johannes Rauch, reiste nun nach Armenien, um das Haus gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort feierlich zu eröffnen.

 

In Gyumri, der zweitgrößten Stadt in Armenien, wurde die feierliche Eröffnung von „Emils Kleine Sonne“ begangen. Wie nie zuvor  ist ein Projekt in Vorarlberg  von so vielen Menschen, Firmen und Organisationen getragen worden.

So gab beispielsweise Reiseunternehmer Emil Nachbauer - seit über 40 Jahren selbst im Rollstuhl  – mit einer äußerst großzügigen Erstspende den Startschuss für dieses erste Zentrum für Menschen mit mehrfacher Behinderung in Armenien. „Von Anfang an besonders wichtig war uns, dass den Kindern mit ihren Beeinträchtigungen einen Platz in der Gesellschaft zu geben und aufzuzeigen, was bei entsprechender Förderung und Begleitung möglich ist, damit sie auch von der Gesellschaft mit Respekt und Anerkennung gesehen werden“, betonte Caritasdirektor Peter Klinger bei der Eröffnung. Sehr sensibel achteten Architekt Richard Nikolussi und sein Team bei der Planung darauf, dass das Gebäude funktional und bedarfsgerecht ist. „Ihm war es wichtig, Räume zu schaffen, in denen sich die Kinder wohlfühlen und entfalten können“, erläuterte Peter Klinger. Mit einer Schweigeminute wurde dem im heurigen Sommer verstorbenen Architekten gedacht.


Das Zentrum ist ein Leuchtturmprojekt in vielerlei Hinsicht. Gyumri soll nun ein Ort der Begegnung werden. Auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern wurde das neue Zentrum mit Therapieräumen, Werkstätten und vielem mehr errichtet. Im Endausbau werden fast 400 Kinder und Jugendliche in den Projekten betreut.

 

Durch den Einsatz vieler Freiwilliger aus Vorarlberg – von Lehrlingen bis hin zu pensionierten Elektrikern – und vieler Sachspenden konnten die Baukosten fast halbiert werden. Auch im Projekt selbst steckt „viel Vorarlberg“ drin: „In 45 LKW-Zügen wurde vom Dachstuhl bis zu den Möbeln fast alles ohne große Probleme nach Armenien gebracht. Das Zentrum ist auch ein Bespiel für nachhaltige Bauweise – Holz aus Vorarlberg und Tuffstein aus der Region ergänzen sich geradezu ideal“, erzählt der Leiter der Auslandshilfe der Caritas Vorarlberg, Martin Hagleitner-Huber.

Die größte Photovoltaikanlage im Kaukasus und die ersten Wärmepumpen gewährleisten die Energieversorgung. Schon jetzt kann Strom ins städtische Netz eingespeist werden.

Bei einem kurzen Besuch  von Österreichs Außenminister Sebastian Kurz im vergangenen Jahr wurde dieses Sozialprojekt als gelungenes Beispiel der österreichisch-armenischen Entwicklungsarbeit und als positives Signal für Armenien und seine Menschen bezeichnet.

Seinen Dank richtet Martin Hagleitner-Huber aber auch an die zahlreichen Vorarlberger SpenderInnen, die ebenfalls ein wichtiger „Baustein“ für das Projekt sind.

  • Reiseunternehmer Emil Nachbaur legte den Grundstein für „Emils Kleine Sonne“, Tochter Gudrun Urban-Nachbaur (hier im Bild mit Landesrat Johannes Rauch) war in Vertretung vor Ort.

    Reiseunternehmer Emil Nachbaur legte den Grundstein für „Emils Kleine Sonne“, Tochter Gudrun Urban-Nachbaur (hier im Bild mit Landesrat Johannes Rauch) war in Vertretung vor Ort.

  • Tigranuhi Akopyan, Direktorin Emils Kleine Sonne und Caritasdirektor Peter Klinger hatten die ehrenvolle Aufgabe des Tortenanschnitts.

    Tigranuhi Akopyan, Direktorin Emils Kleine Sonne und Caritasdirektor Peter Klinger hatten die ehrenvolle Aufgabe des Tortenanschnitts.

  • Viele Kinder im Rollstuhl können sich in den weitläufigen Räumlichkeiten erstmals frei bewegen.

    Viele Kinder im Rollstuhl können sich in den weitläufigen Räumlichkeiten erstmals frei bewegen.

  • Die Vorarlberger „Abordnung“ in Armenien.

    Die Vorarlberger „Abordnung“ in Armenien.

  • In Erinnerung an Architekt Richard Nikolussi wurde ein Gedenkstein enthüllt.

    In Erinnerung an Architekt Richard Nikolussi wurde ein Gedenkstein enthüllt.

  • Peter Klinger (Caritasdirektor), Donatus Köck (Gesandter Außenministerium), Tigranuhi Akopyan (Direktorin Emils Kleine Sonne), Johannes Rauch (Landesrat), Matthias Kiesler (Botschafter Bundesrepublik Deutschland in Armenien)

    Peter Klinger (Caritasdirektor), Donatus Köck (Gesandter Außenministerium), Tigranuhi Akopyan (Direktorin Emils Kleine Sonne), Johannes Rauch (Landesrat), Matthias Kiesler (Botschafter Bundesrepublik Deutschland in Armenien)

  • Gudrun Urban-Nachbaur und Johannes Rauch stehen in einem Raum im Vordergrund. Im Hintergrund befinden sich noch andere Menschen.
  • Im Vordergrund schneidet eine Frau eine Torte und neben ihr steht ein Mann. Im Hintergrund befindet sich ein Kamerateam und zahlreiche Menschen, die klatschen.
  • Ein Mädchen hält einen Jungen, der im Rollstuhl sitzt, an den Armen. Im Hintergrund befinden sich andere Frauen sowie Tische.
  • Drei Männer stehen im Vordergrund und lachen in die Kamera. Der ganz rechte Herr trägt ein weißes kurzes Hemd, der Herr in der Mitte ein blaues Hemd und der Herr links einen schwarzen Anzug.
  • Auf einem Boden befindet sich ein dicker grauer Stein, der bedruckt ist. Der Gedenkstein bezieht sich an Richard Nikolussi, einen Architekten.
  • Ein Gruppenfoto zeigt fünf bekannte Personen. Im Hintergrund befindet sich eine Österreichflagge.