Caritasdirektor Walter Schmolly: Neues Asylrecht ist „Integrationsbremse“

27.01.16 / 08:06

Walter Schmolly strahlt in die Kamera. Er hat kurze, dunkle Haare und trägt eine Brille. Über seinem blauen Polo-Shirt, trägt er ein schwarzes Sakko.

Mit der heute gefällten Entscheidung zu „Asyl auf Zeit“ wurde zwar eine Antwort gegeben, aber noch viel mehr offene Fragen aufgeworfen und Probleme geschaffen. Caritasdirektor Walter Schmolly nimmt dazu Stellung:

„Die vom Ministerrat beschlossenen Verschärfungen im Asylrecht mit dem `Asyl auf Zeit´-Konzept und Einschränkungen beim Familiennachzug sind keine Lösung für die derzeit anstehenden Fragen. Im Gegenteil:

Mit dieser Antwort sind viele neue Fragen aufgeworfen und Hemmnisse für die Integration erschaffen. Diese Entscheidungen sind mit dem immer wieder geäußerten Bekenntnis zur Integration nicht zusammenzubringen“, bedauert Caritasdirektor Walter Schmolly.

„Sie sind menschlich problematisch und produzieren zusätzlich einen großen Verwaltungsaufwand.“ Dieser enorme bürokratische Aufwand führe wiederum zu Verfahrensverzögerungen, was der Forderung nach raschen, fairen Verfahren entgegen stehe.

In die Integration der bleibeberechtigen Menschen müsse man investieren, sonst bleibe sie dem Zufall überlassen. „Wie kann eine Gesellschaft, die auf ihren Integrationswegen immer neu die Handbremse zieht, ans Ziel kommen? Integration braucht auch ein entsprechendes Klima, das durch kontinuierliche Drohungen und Misstrauensbekundungen irgendwann vergiftet ist“, betont der Caritasdirektor.
Und weiter: „Dass die Herausforderung groß ist, wissen wir als Caritas sehr genau. Aber wir wissen auch, dass mit einem einfühlenden Blick auf die Not der Menschen sehr viel möglich ist“, appelliert Walter Schmolly.