Äthiopien: Schlimmste Dürre seit Jahrzehnten

03.02.16 / 10:38

Marion Burger hat ein weißes Hemd und eine graue Hose an. Sie steht bei einer Mutter mit vier Kindern auf vertrocknetem Boden. Die Mutter hält einen kleinen Jungen. Rechts von ihr ein weiterer Junge und zwei Mädchen. Im Hintergrund sind karge Bäume.

Auf Grund extremer Dürre stehen in Äthiopien acht Millionen Menschen vor einer Hungerkatastrophe.  Auch in jenen Regionen, in denen die Caritas Vorarlberg seit vielen Jahren tätig ist, sind bis zu 90 Prozent der Ernten ausgefallen.

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz ist derzeit ebenfalls vor Ort in Äthiopien, um sich ein Bild vom Ausmaß der Dürre zu machen. „Wir müssen jetzt agieren, um eine dramatische Ernährungskrise abzuwenden“, so seine Erkenntnis. Österreich werde daher das Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit mit 6,6 Millionen Euro unterstützen. „Nur so können wir in Äthiopien Entwicklungserfolge erhalten.“ Nach Syrien und dem Jemen herrsche in Äthiopien die derzeit drittgrößte humanitäre Krise. „Wenn wir jetzt tatenlos bleiben, wird es zu neuen Migrationswellen kommen“, gibt der Außenminister in einer Aussendung zu bedenken.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt die Caritas Vorarlberg in Äthiopien erfolgreich Maßnahmen gegen den Hunger um.
So etwa durch Getreidebanken-Projekte, die es den Bauern ermöglichen, die Ernte einzulagern, damit sie zu einem späteren Zeitpunkt einen besseren Verkaufspreis erzielen. Doch wo keine Ernte ist, schrumpfen diese Vorräte dramatisch, das Überleben wird zum alltäglichen Kampf.

„In der Region Meki in Südäthiopien sind in einzelnen Gemeinden bis zu 90 Prozent der Ernte ausgefallen. Mehr als die Hälfte der bäuerlichen Haushalte im Bezirk Dugda Woreda haben kein Saatgut für die hoffentlich bald eintreffende, nächste Regenzeit zur Verfügung. Die Situation ist dramatisch!“ Das berichtet die Vorarlberger Caritas-Mitarbeiterin Marion Burger, die derzeit vor Ort die Nothilfe koordiniert. 3.300 Kinder sind allein in dieser Region akut unterernährt und auf schnelle Hilfe von Außen angewiesen. Die Dürre hat auch den Viehbestand der bäuerlichen Haushalte stark dezimiert – sie wurden entweder bereits geschlachtet, zu sehr niedrigen Preisen verkauft oder sind auf Grund der extremen Dürre verendet. Auch dies trägt zu einer Verschärfung der Situation bei.

Die Nothilfe der Caritas Vorarlberg umfasst einerseits die rasche Versorgung von an Hunger leidenden Kindern und Familien – allein im Bezirk Dugda Woreda sollen von diesen Maßnahmen 1.700 Kinder und 2.500 von der Dürre heimgesuchte Haushalte profitieren.

Durch ein „Schulausspeisungsprogramm“ in Borana erhalten Kinder ein warmes Mittagessen. „Die Schüler legen täglich oft extrem lange Schulwege von bis zu 25 Kilometern zurück, derzeit bekommen die meisten Kinder zu Hause maximal eine Mahlzeit und die erst abends“, berichtet Marion Burger.


Caritas bittet um Unterstützung
Marion Burger koordiniert derzeit vor Ort mit den Caritas-Einrichtungen diese Nothilfe. Damit  all diese Maßnahmen möglichst rasch greifen, bittet die Caritas Vorarlberg um Mithilfe. „Das Nothilfeprojekt ist vorerst auf acht Monate angelegt, insgesamt rechnen wir mit einem finanziellen Aufwand von rund 150.000 Euro“, erläutert der Fachbereichsleiter der Auslandshilfe der Caritas Vorarlberg, Martin Hagleitner Huber. „Jede Unterstützung ist eine wertvolle Hilfe für die von Hunger betroffenen Menschen in Äthiopien.“


Nothilfe in Äthiopien
Raiffeisenbank Feldkirch, KtoNr. 40.006, BLZ 37422,

IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006,

BIC RV VGAT2B422
Kennwort: Nothilfe Äthiopien

  • Dürre in Aethiopien. Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint. Vereinzelte Bäume stecken im ausgetrockneten Boden.

  • Eine Frau, die ein Kind in der Hand hält, steht neben vier anderen Kindern. Im Hintergrund ist Dürre und vereinzelte Bäume.

  • Dürre in Aethiopien. Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint. Vereinzelte Bäume stecken im ausgetrockneten Boden.
  • Eine Frau, die ein Kind in der Hand hält, steht neben vier anderen Kindern. Im Hintergrund ist Dürre und vereinzelte Bäume.