Hilfe zu holen ist keine Schande

17.02.16 / 13:24

Die Suchtfachstelle der Caritas in Bludenz ist bereits seit 25 Jahren Anlaufstelle vor allem für alkoholkranke Menschen und deren Angehörige. In ihrer Beratungstätigkeit gehen die BetreuerInnen und TherapeutInnen aber auch ganz besondere Wege, um den Menschen zu helfen.

Neben Bregenz, Egg, Dornbirn und Feldkirch ist die Einrichtung in Bludenz eine der fünf Suchtfachstellen der Caritas in Vorarlberg. Hier teilen sich die vier MitarbeiterInnen zusammengesetzt aus drei SuchtberaterInnen und einem Therapeuten (insgesamt zwei Vollzeitstellen) die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Caritashauses in Bludenz. „Neben Einzelberatung für Betroffene und/oder Angehörige und psychotherapeutischen Gesprächen begleiten wir auch eine Nachbetreuungsgruppe, eine Freizeitgruppe,eine Achtsamkeitsgruppe und eine Gruppe für Heilentspannung“, so Suchtberater Mag. Konrad Biedrawa.

Schwerpunkt der Arbeit hier in Bludenz ist Hilfe bei Alkoholabhängigkeit. Alkohol als legale Droge macht den überwiegenden Teil der Suchterkrankungen im Land aus. „Laut WHO Richtlinie liegt die Gefährdungsgrenze bei täglich 20 g Alkohol täglich, das entspricht ungefähr einem großen Bier oder einem Viertel Wein pro Tag“, so der Experte weiter.

Die Menge scheint auf den ersten Blick nicht viel, doch der regelmäßige Konsum oft über Jahre hinweg schädigt fast alle Organe wie die Leber, die Bauchspeicheldrüse, das ganze Nervensystem und viele andere. Es beschleunigt zudem den Alterungsprozess. „Die Zahl von fünf Prozent der Bevölkerung, die als alkoholkrank gelten, bleibt seit Jahren konstant. Der Anteil von Frauen ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen“, weiß Konrad Biedrawa.

Zieloffene Suchtarbeit
Wer Hilfe und Beratung in der Suchtfachstelle Bludenz sucht, findet den Weg über einen unkomplizierten Erstkontakt mit Telefon oder Internet in ein erstes vertrauliches Gespräch. Konrad Biedrawa: „Hier wird erst einmal geschaut, wo der  /die Patientin oder der /die Angehörige steht, was seine/ihre Bedürfnisse, Ziele und Wünsche sind und wie konkret geholfen werden kann. Dabei ist uns wichtig, dass wir die KlientInnen selbst die Ziele bestimmen lassen und wir ihnen Wege und Mittel aufzeigen, diese zu erreichen.“

Gründe um sich Hilfe zu holen gäbe es viele, doch meistens kommen Betroffene erst zu einer Beratungsstelle, wenn sie an ihre Grenzen stoßen: „Scheidung, Arbeits- oder Führerscheinverlust oder ein Krankenhausaufenthalt sind für viele der Anlass, sich Hilfe zu holen. Oft erst nach jahrelangem Konsum“, so Biedrawa. Dabei gehören Rückschläge/Rückfällezu diesem schweren Weg zurück in ein alkoholfreies Leben dazu – und die MitarbeiterInnen der Suchtfachstelle Bludenz sind unterstützend an ihrer Seite.

„Eine Besonderheit in den ländlichen Regionen - wie im Bezirk Bludenz und im Bregenzer Wald – ist jene, dass wir viele Hausbesuche machen, um alkoholkranke Menschen vor Ort erreichen zu können. Denn vielfach sind die Menschen auf Grund der Alkoholerkrankung nicht mehr mobil oder leben sehr zurückgezogen und isoliert“, so Konrad Biedrawa weiter.


AKTION.TROCKEN
In Zusammenarbeit mit der SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe, der Katholischen Jugend und Jungschar sowie des Vorarlberger Familienverband führt die Caritas Vorarlberg während der Fastenzeit wieder die AKTION.Trocken durch.

Infos und App zum Download: www.aktiontrocken.com


Kontakt:

Suchtfachstellen in Bludenz (T: 05522 200/2015), Bregenz (T: 05522 200/1700), Feldkirch (T: 05522 200/1700), Dornbirn (T: 05522 200/4022), Egg (T: 05522 200/3100), und Kleinwalsertal (T: 05522 200/4022).
E: suchtfachstelle@caritas.at