Mit Weitsicht, Erfahrung und jeder Menge wichtigem Knowhow

01.07.16 / 09:25

Ältere MitarbeiterInnen werden bei der Caritas Vorarlberg als sehr wertvolle Ressource gesehen. „Eine gute Durchmischung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedenster Altersgruppen sorgt dafür, dass wertvolles Knowhow im Unternehmen erhalten bleibt und innovative Ideen für eine ständige Weiterentwicklung sorgen“, ist Personalleiterin Mag. Monika Kawaus überzeugt. Um älteren MitarbeiterInnen möglichst gute Arbeitsbedingungen zu bieten, hat die Caritas Vorarlberg spezielle Angebote geschaffen.

Doris Beck ist ein Beispiel dafür: Sie hat eine sehr schöne, oftmals aber auch sehr herausfordernde Arbeitsstelle. Bei Hospiz Vorarlberg koordiniert sie die ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen und ist dabei sehr viel mit den oft „schweren“ Themen Sterben, Tod und Trauer konfrontiert. Seit vergangenem Jahr ist sie in Altersteilzeit. „Das hat sehr viel Qualität in mein Leben gebracht“, ist sie dankbar, dass ihr die Caritas Vorarlberg als Arbeitgeberin diese Möglichkeit eröffnete.

„Ich war über viele Jahre hinweg permanent gefordert, das blieb gesundheitlich nicht ohne Folgen“, erinnert sich Doris Beck. Die Folge waren Krankenstände und eine aus ihrer Sicht nicht zufriedenstellende Arbeitssituation. Nachdem eine Kollegin bereits in Altersteilzeit war, überprüfte die Hospiz-Koordinatorin auch für sich diese Möglichkeit.

„Auf Leitungsebene wurde ich dabei voll unterstützt, in einem Gespräch mit der Betriebsärztin wurden offene Fragen abgeklärt. Auch meine Kolleginnen und Kollegen haben die Idee ebenfalls von Anfang an sehr positiv mitgetragen.“

Zwischenzeitlich hat Doris Beck von 90 auf 50 Stellenprozent Arbeitszeit reduziert,  das Jobsharing mit einer Kollegin ist bestens eingespielt. „Ich bin überzeugt davon, dass solche Lösungen auch volkswirtschaftlich gesehen Sinn machen. Ich habe viel weniger Krankenstandszeiten, die vermehrte Freizeit verschafft mir auch Spielraum für ehrenamtliches Engagement. Ich engagiere mich beispielsweise für Flüchtlinge in meinem Heimatort.“ 

Auch die finanziellen Einbußen durch die Altersteilzeit halten sich in Grenzen. „Früher hatten wir zum Beispiel zwei Autos, weil ich immer in Zeitnot war. Jetzt haben wir nur noch eines und das reicht völlig aus, weil ich viele Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen kann.“ Generell ist Doris Beck überzeugt, dass eine gute Altersdurchmischung in einem Unternehmen sehr viel Qualität und Know-how mit sich bringt. „In einer Arbeitsgruppe haben wir auch Möglichkeiten definiert, wie ein gutes Älter-werden in der Caritas möglich ist.“

Ihren gegangenen Weg bereut Doris Beck keinen Tag: „Ich bin seit 25 Jahren in der Caritas Vorarlberg tätig und habe meine Arbeit immer gerne gemacht. Seit ich in Altersteilzeit bin, merke ich aber, dass ich für meine Arbeit wieder regelrecht `brenne´ und das ist gut.“

 

Älter werden in der Caritas

Ziel aller Angebote im Rahmen von „Älter werden in der Caritas“ ist ein bewusstes Gestalten der letzten Jahre vor Pensionsantritt. „Wir wollen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst lange in der Caritas bleiben, angepasst an die jeweiligen Kompetenzen des Einzelnen“, erläutert Personalleiterin Mag. Monika Kawaus. „Das bedingt oftmals eine fließende Anpassung des Arbeitsfeldes an die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Möglichkeiten.“

Es werden Perspektivengespräche für ältere MitarbeiterInnen (Frauen ab 57 Jahren, Männer ab 55 Jahren) angeboten. Inhalte sind die Vermittlung der Haltung der Caritas als Arbeitgeberin gegenüber „Älteren ArbeitnehmerInnen“ und konkrete Informationen über diesbezügliche Angebote. Die MitarbeiterInnen werden persönlich eingeladen, auch der Betriebsrat ist mit dabei. Die konkrete Planung einzelner Maßnahmen erfolgt in Einzelgesprächen, bei denen auch die zuständige Leitung mit einbezogen wird.

Sprechstunde Arbeitsmedizin

Gemeinsam mit der Betriebsärztin wird eine eigene Sprechstunde speziell zum Thema „Älter werden in der Caritas“ angeboten. MitarbeiterInnen ab 55 Jahren werden von der Betriebsärztin besonders dazu eingeladen. Spezielles Augenmerk wird von der Betriebsärztin im Bereich der Arbeitsmedizin gelegt. Bewusst eingesetzt werden erfahrene KollegInnen auch beim Mentoringprogramm für neue MitarbeiterInnen.

„Wichtig ist uns auch, dass ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig ihren Urlaub konsumieren können und Blockzeiten vermieden werden“, spricht die Personalleiterin die Wichtigkeit der Erholung im Ausgleich zur Leistung an. Und schließlich werden auch im firmeninternen Intranet regelmäßig die Angebote und Maßnahmen kommuniziert.

 

Darf´s ein bisschen mehr sein?

In Absprache mit der jeweiligen Leitung ist eine Reduzierung des Beschäftigungsausmaßes ebenso möglich, wie eine Weiterbeschäftigung nach dem Erreichen des Pensionsalters. Auf positive Resonanz stößt die Möglichkeit der Altersteilzeit. Auch hier stehen verschiedene Modelle zur Auswahl, die individuell und nach Bedarf gewählt werden. Und schließlich geht es auch noch um das „Wie“ bei der Verabschiedung: Hier ist der Caritas Vorarlberg die gute Begleitung durch die Leitung, eine rechtzeitige Nachbesetzung und Einschulung des neuen Mitarbeiters und eine feierliche Verabschiedung wichtig.

Die Caritas Vorarlberg organisiert jährlich ein PensionistInnentreffen, diese werden auch zur Adventfeier eingeladen. Und schließlich erfahren wir immer wieder, dass sich MitarbeiterInnen nach ihrem Pensionsantritt ehrenamtlich in der Caritas engagieren – die wohl schönste Bestätigung, dass sie mit ihrer Arbeitgeberin verbunden sind.

Fact-Box

Anzahl Stamm-MitarbeiterInnen in der Caritas Vorarlberg: 563

Davon TeilzeitmitarbeiterInnen: 376

Mitarbeiterinnen ab 55: 47

Mitarbeiter ab 55: 26

Familienfreundlichster Betrieb Vorarlberg und Österreich ausgezeichnet, zuletzt für 2016/2017

Great Place to Work 2014