Wertekurs für junge Flüchtlinge

20.05.16 / 11:11

Sechs junge Buben stehen hintereinander auf einer Stiege. Sie schauen in die Kamera.

Was sind die „Spielregeln“ des Zusammenlebens in Österreich? Wie funktioniert ein gutes Miteinander? Gemeinsam mit Caritas-Mitarbeiterin Michaela Mathis lernten die jugendlichen Flüchtlinge, die im Bregenzer „Haus Said“ untergebracht sind, wo die kulturellen Unterschiede zwischen Österreich und ihrer Heimat Afghanistan liegen und wo es wiederum Ähnlichkeiten gibt.

37 jugendliche Asylwerber – großteils aus Afghanistan – sind im Haus Said, einer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der Caritas, in Bregenz untergebracht. Um den Jugendlichen die Integration und das Verständnis für die neue Kultur und Gesellschaft zu erleichtern, wurde ein Wertekurs angeboten.

Was dabei gelernt wurde, skizziert Caritas-Mitarbeiterin Michaela Mathis. „Neben einem kurzen Abriss über Geographie und Geschichte des Landes wird in diesen Workshops ein Schwerpunkt auf Gleichberechtigung und Religionsfreiheit gelegt. Aber auch über Essgewohnheiten, Kleidervorschriften und Mülltrennung wurde gesprochen“, erläutert Michaela Mathis.

Im Kurs haben die Jugendlichen viel Neues erfahren. „Zwar sind einige Verhaltensweisen etwas ungewohnt, trotzdem habe ich sehr viel Aufgeschlossenheit gespürt“, freut sich Michaela Mathis über den gelungenen Kurs.

„Für viele jugendliche Asylwerber sind beispielsweise gepiercte und tätowierte Menschen etwas völlig ungewohntes“, berichtet sie über nur einen Unterschied in den Kulturen. Und dass der Kurs gut angekommen ist, zeigen auch die Reaktionen der Jugendlichen: „Es wurde viel über Gesetze bei uns in Österreich und in Europa gesprochen. So sind in Österreich vor dem Gesetz alle Menschen gleich“, resümiert Sayed Ali und Mohammad ergänzt: „Hier besteht beispielsweise ein Verbot der Kinderarbeit und jeder ist frei, sich eine Religion auszusuchen und auszuüben.“

Vieles, das in seiner früheren Heimat Afghanistan anders geregelt ist, fand auch Ali Reza spannend. Wünschenswert wäre aus ihrer Sicht, dass es möglichst keine Konflikte zwischen Flüchtlingen und Einheimischen gibt. Sie möchten ihren Beitrag dazu auf jeden Fall leisten.