Weltflüchtlingstag 2016: Studierende begegnen Flüchtlingen

28.06.16 / 10:03

eine junge Studentin sitzt mit 2 Flüchtlingen an einem Tisch. Alle grinsen in die Kamera.

Sie sind Tischler und Techniker, Journalisten, Hausfrauen, Lehrer und vieles mehr: Menschen, die als Flüchtlinge zu uns nach Vorarlberg gekommen sind, bringen viel Potential mit. Den Weltflüchtlingstag nutzte die FH Vorarlberg gemeinsam mit zahlreichen sozialen Einrichtungen des Landes, um mit interessierten AsylwerberInnen und Konventionsflüchtlingen in Austausch zu kommen, Einblicke in den Alltag der Studierenden zu geben und über Möglichkeiten an der FH Vorarlberg zu informieren.

Der Rektor der Fachhochschule Vorarlberg, Dr. Oskar Müller, zog in seiner Begrüßung Parallelen zu den europäischen Auswanderern, die vor über 200 Jahren ihr Glück in Amerika suchten. „Menschenhändler und Schlepper hatten schon damals Saison, verlangten für die Überfahrt mitunter horrende Preise, die Überfahrt war lebensgefährlich: Schiffe sanken.“

Die Amerikaner befürchteten eine „Germanisierung“ ihres Landes, wie etwa Benjamin Franklin, Mitunterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Damals wie heute aktuell: „Wenn die Angst vor dem Unbekannten vorherrscht, sind Sprache und Kommunikation der wichtigste Schlüssel zum Zusammenfinden: Um Erfolg zu haben, mussten die eingewanderten Deutschen zügig die englische Sprache lernen.“

Rektor Dr. Oskar Müller weiter: „Knackpunkt für gegenseitiges Verständnis und gutes Zusammenleben ist die Ermöglichung von Kommunikation und Kennenlernen: Miteinander reden, Vertrauen schaffen. Wir wissen, dass sich in den Gemeinden das Zusammenleben erkennbar verbessert, wenn Zuwanderer keine unbekannte und bedrohliche Größe darstellen, wenn man sich vielmehr kennen lernt: Gesicht statt Gerücht.“ Aus der Überzeugung heraus möchte die FH Vorarlberg Flüchtlinge darin unterstützen, hier in Vorarlberg nach ihrem positiven Asylbescheid rasch Fuß fassen zu können – auch beruflich.

Über die Zukunft reden
„Nicht nur über die Herkunft, vor allem auch über die Zukunft reden“, lautete dabei das Credo einer Veranstaltung am Weltflüchtlingstag, die an der FH Vorarlberg gemeinsam mit Caritas, Arbeiterkammer, WIFI, Verein Vindex, Offene Jugendarbeit Dornbirn, IfS, Kinderdorf, ORS, AMS, Aha, Land sowie dem Gemeindeverband durchgeführt wurde.

„Wir sehen uns einerseits in der gesellschaftlichen Verantwortung, die Flüchtlinge dort abzuholen, wo sie stehen und Gleichbehandlung gegenüber unseren Studierenden zu ermöglichen, gleichzeitig ist unser Auftrag, eine gute Ausbildung anzubieten. Und Vielfalt anzubieten, bringt entsprechende Qualität mit sich“, so Mag. Heinz Allgäuer-Hackl, der als externer Lehrbeauftragter an der FH Vorarlberg bei der Organisation des Events maßgeblich beteiligt war. Neben aller Fachlichkeit ermöglichte der Nachmittag noch einen sehr wichtigen Aspekt: Eine unkomplizierte Begegnung unter jungen Menschen und Perspektiven für die großteils jungen AsylwerberInnen und Konventionsflüchtlinge, die auf eine Zukunft in Vorarlberg hoffen.