Das waren die 72 Stunden ohne Kompromiss

24.10.16 / 09:27

Die „72 Stunden ohne Kompromiss“ sind Österreichs größte Jugendsozialaktion und wird von der Katholischen Jugend Österreich in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3 veranstaltet und fand dieses Jahr bereits zum achten Mal statt. 50 Jugendliche versuchten in Vorarlberg mit 8 verschiedenen Projekten die Welt zu verbessern. In ganz Österreich waren ca 5.000 Teilnehmer/innen am Start. Sie zeigten damit, dass soziales Engagement Spaß macht und wie einfach es ist, zu helfen und so ein kleines Stück Realität zu verändern.

 

Feierlicher Abschluss

So viel Engagement und Motivation musste natürlich gefeiert werden. Am Samstag trafen sich alle Teilnehmer/innen im Vorarlberg Museum zum großen Abschluss. Neben einem Poetry Slam war ein Highlight der Auftritt von Phil Fin von „Penetrante Sorte“. Er brachte das kleine aber feine Publikum zum Toben, ein Privatkonzert vom Feinsten eben. Neben dem Hauptprogramm wurde am Kornmarktplatz nochmal ein Open Piano veranstaltet, bei dem jeder der wollte sein musikalisches Können am Klavier zeigen konnte. Südwind und carla organisierten eine Kleidertauschparty, wo alte Kleidung ihre Besitzer wechselte. Während die Jugendlichen ihre Arbeit der letzten Tage vorstellten gab es leckere Cocktails aus der AmazoneBar. Es wurde viel gewerkelt, gefilmt, recherchiert und bei allen möglichen Projekten geholfen.

 

Das waren die Projekte:

 

Open Piano

Im Dornbirner Messepark erfüllten schöne Klänge das gesamte Haus und holten den/die eine/n oder andere/n aus seinem/ihrem Alltagstrott. Open Piano heißt das Projekt, bei dem ein Klavierflügel aufgestellt wurde. 10 musikbegeisterte Jugendliche waren vor Ort, musizierten und luden Leute ein sich hinters Klavier zu setzen. Jeder/Jede Passant/in durfte mitmachen, egal ob Profi oder Laie. Die Spenden  kommen Musikprojekten mit Flüchtlingen zu gute.

 

Blicke in die Zukunft und die Vergangenheit

Im Caritashaus Dornbirn wurde mit den Zivis der Caritas ein Film zur Bewerbung der Lerncafes produziert und bei der großen Abschlussveranstaltung am Samstag präsentiert.

Gleich daneben beschäftigten sich ein paar Schülerinnen für eine Gedenktafel für die jüdische Familie Turteltaub zu recherchieren. Die Familie lebte in genau diesem Haus in dem nun die Caritas ist. Sie war eine der letzten jüdischen Familien in Vorarlberg. Alle Familienmitglieder starben in Auschwitz. Die Schülerinnen wollen mit der Gedenktafel dafür sorgen, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät.

 

Ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche

Bunt wurde es im Jugendraum Bregenz-Mariahilf. Dort waren 8 Jugendliche mit der Renovierung des Jugendraums beschäftigt. Sie hatten freie Hand und so entstanden aus dem in die Jahre gekommenen Gemäuer einladende Räumlichkeiten. Die Mariahilfer Jugend darf sich über eine strahlend neue Bar und einen frischen Anstrich freuen.

 

Helfen wo Hilfe benötigt wird

Auch die Caritas Werkstätte Ludesch bekam im Keller neue Farbe. Über 10 Jugendliche einer Firmgruppe verschönerten das Haus und waren die helfende Hand für alles. Es gab einen Gartentrupp, der den Garten von Brennnesseln und Gestrüpp befreite und wieder andere unterstützten die Werkstätte bei einem Großauftrag der bald fertig werden sollte. Für die jungen Leute war es eine ganz neue Erfahrung mit Menschen mit einer Behinderung zusammen zu arbeiten - es war schön zu sehen wie sich die Werkstättenmitarbeiter/innen über die Hilfe der Jugendlichen freuten.

 

Books of Identity

Die Jugendlichen im Lerncafé Dornbirn arbeitetn schon etwas länger an ihrer vielfältigen Identität und verarbeiteten ihre Erfahrungen, Lebenswelten in einer Buchform. Jetzt wurde das Buch im KUB – Kunsthaus Bregenz fertig gestellt. Sie wollen damit ihre Eigenheiten und Kultur vorstellen und auf die große Diversität in unserer Gesellschaft hinweisen.

 

Erfahrungen fürs Leben

2016 ging es bei „72 Stunden ohne Kompromiss“ speziell um die Vielfalt des Lebens. Die Jugendlichen machten neue Erfahrungen mit oftmals benachteiligten oder sozial isolierten Personenkreisen. Aber auch untereinander wurden neue Bekanntschaften gemacht und Freundschaften geschlossen. Ein Projekt bei dem allen Beteiligten etwas fürs Leben gelernt haben.

  • Ilga Weber, 16: Wir renovieren den Jugendraum und finden es super. Noch sind wir erst beim Abkleben der Wände, doch wir freuen uns schon auf das Endergebnis.

  • Malika, 15: Ich bin beim Streichtrupp in der Caritaswerkstätte. Dort habe ich am Vormittag die Wände abgeklebt und naher geht’s ans Malen.

  • Phillip Breuss, 20: Wir haben einen Film zur Bewerbung der Lerncafes gedreht, da wir dort freiwillige Helfer suchen.

  • Nina Längle, 16: Ich recherchiere über die Familie Turteltaub. Mir macht es sehr Spaß diese Reise in die Vergangenheit anzutreten.

  • Sebastian Reisch, 22: Mir gefällt es sehr, dass hier Leute herkommen, sich hinsetzen und etwas spielen. Musik verbindet und das wird hier spürbar.