„Zu zweit ist es einfach lustiger“

29.11.16 / 08:09

DI Thomas Andreatta und Alexander Raggl haben sich gesucht und gefunden, wie man so schön sagt. Die beiden kennen sich schon seit vielen Jahren und arbeiten nun auch einmal in der Woche im Rahmen vom Caritas-Projekt „Bludenz mitnand“ zusammen. Alexanders Beeinträchtigung ist dabei kein Hindernis.

 

Wo gehobelt wird da fallen Späne – dieses Sprichwort ist auf den 41-jährigen Alexander Raggl tatsächlich wörtlich anzuwenden, denn wenn er am Montag Vormittag im Bludenzer Betrieb „Garta und Wald“ arbeitet, fliegen die Späne in alle Richtungen – sowie die coolen Sprüche von Chef und Mitarbeiter. „Es macht mir sehr viel Spaß, hier gemeinsam mit Thomas zu arbeiten. Ich arbeite gerne mit Holz und hier ist immer etwas los“, freut sich der sympathische Rollstuhlfahrer, der seit kurzem auch Werkstättensprecher in der Caritas-Werkstätte in Bludenz ist.

„Derzeit habe ich viele Sitzungen dort und nachdem ich viel Sport mache, kann ich immer nur einen Vormittag in der Woche bei Thomas arbeiten“, freut sich der Vize-Staatsmeister im Tischtennisspielen. Gelernt hat der gebürtige Tiroler sein Tischlerhandwerkt bereits vor vielen Jahren bei der Lebenshilfe, die Liebe zum Holz und zur Natur kommt von einer Zeit, als er noch nicht im Rollstuhl saß. Genauso wie die Begeisterung für Sport, die ihn auch heute noch zu Höchstleistungen antreibt: „Ich fahre Handbike, Langlauf-Bob und spiele Badmington. Früher bin ich auch Schi gefahren und das würde ich gerne wieder mit einem Schibob versuchen.“

 

Handarbeit

Bei Thomas fertigt Alexander hauptsächlich Dach- und Wandschindeln, alles Handarbeit und beste Qualität. Insgesamt arbeitet er aber abwechselnd an fünf verschiedenen Maschinen, ob zur Erzeugung von Mundstücken für Klarinetten oder Perlen für Rosenkränze. Firmeninhaber Thomas Andreatta lässt sich immer Neues einfallen, um nicht nur sein eigenes, sondern auch das Betätigungsfeld von Alexander stetig zu erweitern.

„Wir verstehen uns super und ich arbeite sehr gerne mit Alexander zusammen“, so der Akademiker, der nach dem Studium später noch das College für Sozialpädagogik in Tirol absolviert hat. „Es ist schön, nicht alleine in der Werkstatt zu arbeiten und Alex leistet super Arbeit.“ Und darum holt er Alexander auch jeden Montag-Morgen persönlich von der Werkstätte ab und fährt mit ihm gemeinsam zur Arbeit.

 

Bludenz mitnand

Nach dem Motto „Schaffa, wo andre o schaffan“ bietet „Bludenz mitnand“ Außenarbeit und Teilhabe für Personen, die in der Werkstätte Bludenz arbeiten. „Die Menschen mit Beeinträchtigung bekommen durch diese Initiative mehr Sozialkontakte, können sich ausprobieren, wertvolle Erfahrungen sammeln und das auf sehr unkomplizierte Art sowohl für Arbeitgeber als auch für künftige MitarbeiterInnen“, so Waltraud Valentin, Stelleleiterin der Werkstätte Bludenz. In Zusammenarbeit mit regionalen Firmen bietet sich durch dieses Projekt eine einmalige Chance für alle Beteiligten, die Worte „Integration“ und „Inklusion“ zu leben.

 

Nähere Informationen zu „Bludenz mitnand"

T 05522-200 2100 oder bludenz.mitnand(at)caritas.at