Trauertreff für Kinder neu auch in Bludenz

29.11.16 / 08:27

Priska Ganahl, Angelika Bertel-Warger und Gerhard Micheli leiten den neu in Bludenz startenden Trauertreff für Kinder von Hospiz Vorarlberg. Einmal im Monat soll dieses Angebot künftig Kindern ein Anker in stürmischen Zeiten sein.

 

Kinder, die von Krankheit, Tod und Trauer betroffen sind, brauchen Menschen, die Zeit für sie haben und ihre Bedürfnisse und Gefühle verstehen. „Kinder haben je nach Alter unterschiedliche Fragen über das Leben und das Sterben“, weiß die Koordinatorin von Hospiz für Kinder, Annelies Bleil, aus ihrer langjährigen Erfahrung. Jede Familie habe dabei ihre eigene Trauerkultur. „Kinder lernen das Trauern innerhalb der Familie. Sie haben jedoch eigene Bedürfnisse.

Auf diese wird in den Trauertreffs in Bregenz, Frastanz und künftig auch in Bludenz speziell eingegangen. „Genauso spontan, wie Kinder sich der Trauer hingeben, können sie im nächsten Moment wieder fröhlich und ausgelassen sein“, erzählt Annelies Bleil. „Kinder drücken ihre Gefühle nicht unbedingt in Worten aus, sondern im Spielen, Toben und Malen.“ Und genau darauf zielt das Angebot  der Trauertreffs ab.

„Auf spielerische und kreative Weise können Kinder, die einen Eltern- oder Großelternteil oder ein Geschwister verloren haben, bei den Trauertreffs in die verschieden Gefühlswelten abtauchen“, erläutert Annelies Bleil. „Trauerbewältigung findet durch verschiedenste Impulse und Aktivitäten in der Natur statt. Wenn Kinder nicht reden möchten, müssen sie das auch nicht.“ Ihre Erfahrung: „Der Wald ist ein Heiler.“

 

Einladung zum Kennenlernen

Priska Ganahl, Angelika Bertel-Warger und Gerhard Micheli stehen schon mit vielen Ideen in den „Starlöchern“ für den am 16. Dezember in Bludenz – oberhalb vom Kloster St. Peter - startenden Trauertreff für Kinder. Priska Ganahl, selbst Mutter von zwei Söhnen, ist überzeugt, dass das neue Angebot eine große Lücke im Bezirk Bludenz schließen kann.

„Es ist wichtig, ein schwieriges Thema, wie den Tod, aufs Tableau zu bringen“, ist die Silbertalerin überzeugt. Sie hat beim Tod ihrer Mutter selbst erfahren, wie fatal es ist, eine schwere Erkrankung vor Kindern zu wenig anzusprechen. „Meinen Söhne war nicht wirklich bewusst, wie schlecht es um die Gesundheit ihrer Oma stand – entsprechend tief saß dann die Trauer in Folge nach ihrem schnellen Tod." Ihre Erfahrung sowie die kürzlich abgeschlossene Ausbildung zur HOKI-Begleiterin möchte sie nun in den Trauertreff einbringen.

Hoch motiviert ist auch die Bludenzerin Angelika Bertel-Warger, die ebenfalls die Trauertreffs mitgestalten möchte. „Kinder liegen mir persönlich sehr am Herzen und ich sehe es als wichtige Aufgabe Kindern auf kreative Weise zu vermitteln, wie sie dem Gefühl der Trauer Ausdruck geben können und wie sie mit Tod und Trauer umgehen können. Als naturverbundener Mensch finde ich in schwierigen Situationen Ruhe und Halt in der Natur. Daher hat mich auch das Waldkonzept des Trauertreffs sofort angesprochen.“

Gerade für Buben ist Gerhard Micheli als dritter Freiwilliger im Bludenzer Trauertreff-Team eine wertvolle Bereicherung. „Ich war bislang in der Hospizarbeit für Erwachsene tätig. Ich freue mich darauf, Kindern Zeit zu schenken und werde auch handwerklich mit den Kids arbeiten“, erzählt der 49-jährige Ludescher, der selbst ebenfalls Vater einer Tochter ist.

Um sich gegenseitig persönlich kennenzulernen, bittet Annelies Bleil um ein Vorgespräch. Sie freut sich über Anrufe unter T: 0676/884203525 (E: hospiz.kinder(at)caritas.at). Auch auf der Homepage unter www.hospiz-vorarlberg.at sind alle Termine und Infos zu finden.