Caritas reagiert auf sinkende Flüchtlingszahlen

02.12.16 / 08:33

Eine Flüchtlingsfamilie befindet sich vor ihrem Quartier, in dem sie untergebracht sind. Es ist in diesem Fall Gaisbühel in Schlins bzw. in Bludesch. Die Mutter unterhaltet sich mit ihren vier Kindern. Jeweils zwei Töchter und Söhne. Sie sind alle schlicht gekleidet und tragen einfärbige Jacken und t-Shirts. Zusätzlich tragen die Mutter und ihre älteste Tochter ein Kopftuch. Die Stimmung ist angenehm und wohlwollend. Alle lachen einander an und sind fröhlich.

Die Bedarfsveränderungen in der Grundversorgung von Flüchtlingen führen bereits bis Ende dieses Jahres zu einem ersten Rückbau der Caritas Flüchtlingshilfe. 200 Belegsplätze in den Quartieren werden abgebaut und die Anzahl der MitarbeiterInnen reduziert. Diese werden nach Möglichkeit in anderen Caritas-Aufgabebereichen eingesetzt.

 

Nicht benötigter Wohnraum in Grundversorgungsquartieren soll nun vermehrt von bleibeberechtigen Flüchtlingen weitergenutzt werden können, heißt es dazu von Seiten der Caritas. „Weil das Angebot für leistbares Wohnen im Land sehr begrenzt ist, ist für diese Zielgruppe der Bedarf an Wohnraum groß“, erläutert Caritasdirektor Walter Schmolly. Bei auslaufenden Mietverträgen für kleinere Wohneinheiten wird jeweils eine Verlängerung und Nachnutzung für bleibeberechtigte Flüchtlinge geprüft und angestrebt. „Wenn es gemeinsam mit den Vermietern gelingt, eine Nachnutzung kleinerer Wohneinheiten für bleibeberechtigte Flüchtlinge zu ermöglichen, wird auch der Druck reduziert, der im Bereich des Wohnungswesens derzeit ohnehin landesweit gegeben ist“, so der Caritasdirektor.

Ebenso werden verschiedene Großquartiere der Caritas Flüchtlingshilfe durch eine Verringerung der Belegungszahlen entlastet. Damit erhalten einige Familien die Möglichkeit, in kleinere Quartiere umzuziehen. Vor allem für die Kinder verbessert sich die Wohnsituation dadurch deutlich.

 

Interne Neubesetzungen – Auslaufende Arbeitsverträge

Parallel dazu sind caritas-intern bereits Maßnahmen zu einer Reduktion des Mitarbeiterstandes angelaufen. Frei werdende Stellen werden nicht nachbesetzt und befristete Dienstverträge zum überwiegenden Teil nicht verlängert.

Offene Stellen in anderen Fachbereichen der Caritas werden, wenn möglich, durch MitarbeiterInnen der Flüchtlingshilfe besetzt. „Wir haben bereits beim Aufbau der Strukturen im letzten Jahr eine zeitnahe Reduktion mit eingeplant. Dies hilft uns heute auch wieder, die Strukturen dem Bedarf anzupassen und zu verkleinern und dabei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich im Blick zu haben und ihre Leistungen in den letzten Monaten wertzuschätzen“, berichtet Fachbereichsleiter Bernd Klisch.