Caritas-Flüchtlingsarbeit: 2016 wurde gemeinsam sehr viel gemeistert!

29.12.16 / 09:13

Auf allen Ebenen gefordert war die Caritas Vorarlberg im zu Ende gehenden Jahr: In vielen Bereichen wurde 2016 die Unterstützung für Mitmenschen in Vorarlberg ausgeweitet. Zudem galt es, eine große Zahl von Menschen, die nach Österreich geflüchtet sind, in der Grundversorgung zu betreuen und auf ihren Integrationswegen zu begleiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Land, den Gemeinden, vielen Institutionen und Unternehmen und der Bevölkerung konnten diese Herausforderungen gemeistert werden.

„Auch wenn in Richtung Integration von geflüchteten Menschen noch viele Aufgaben vor uns liegen, dürfen wir gemeinsam sagen: „Wir haben in Vorarlberg sehr viel geschafft!“, so Caritasdirektor Walter Schmolly.  „Mit der Erfahrung dieses Jahres können alle Beteiligten auch zuversichtlich nach vorne schauen. Wir können uns in Vorarlberg zutrauen, die Herausforderungen der Integrationsarbeit auch in den kommenden Jahren zu bewältigen.“

 

2.565 geflüchtete Menschen sind derzeit in Quartieren der Caritas untergebracht, darunter 842 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. „Die ersten Monate des Jahres wurden Woche für Woche neue Quartiere eingerichtet, erst ab Mai sank die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge. Bis Jahresende waren dann kaum mehr Flüchtlinge aufzunehmen und die Zahl der in der Grundversorgung betreuten Menschen sank wieder, da viele Flüchtlinge ein Bleiberecht erhielten“, so Fachbereichsleiter Bernd Klisch. "Im Oktober begann deshalb bereits ein Rückbau der Kapazitäten. Große Quartiere wurden entlastet und einige kleine Quartiere in die Direktvermietung für bleibeberechtigte Menschen übergeben.“

Besonders gefordert waren auch die Schulen. „Es ist erfreulich, dass alle Kinder innerhalb weniger Wochen in die Schulen integriert werden konnten. Hier hat sich bewährt, dass Vorarlberg die Flüchtlinge im ganzen Land in fast allen Gemeinden untergebracht hatte, sodass die Kinder auf sehr viele Schulen verteilt werden konnten." Hier sieht Bernd Klisch gleichzeitig eine Herausforderung für die Zukunft: „Für Jugendliche nach der Schulpflicht gibt es derzeit noch zu wenig Bildungsangebote. Gerade die Schwächeren unter ihnen brauchen gute Lern- und Entwicklungsprogramme. Um langfristig die berufliche und soziale Integration sicherzustellen, muss die berufliche Ausbildung und die Allgemeinbildung für diese jungen Menschen forciert werden.“

 

Spracherwerb im Fokus

Das Erlernen der deutschen Sprache ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration. Von Seiten der Flüchtlingshilfe wurden 89 Sprachkurse sowie 103 Alphabetisierungskurse angeboten, 184 Deutsch-Lernende haben die A2-Prüfung absolviert. Für jugendliche AsylwerberInnen wurden 20 spezielle Jugendkurse abgehalten. Insgesamt konnten 2.232 Kursplätze für Deutsch- und Alphabetisierungskursen zur Verfügung gestellt werden.

Hinzu kommen zahlreiche Freiwilligeninitiativen, die mithelfen, die Sprachkompetenzen der Flüchtlinge zu verbessern.

 

Freiwillige als wichtige Pfeiler der Hilfe

Über 400 Freiwillige sind in den verschiedenen Quartieren tätig. Sie sind eine wertvolle Hilfe. „Unzählige Begegnungen und Kontakte haben das Ankommen der geflüchteten Menschen hier in Vorarlberg als „Brückenbauer“ zur heimischen Bevölkerung wesentlich erleichtert. Freiwillige haben aber auch eine wichtige Funktion als Fürsprecher der Flüchtlinge in der Gesellschaft“, gibt Bernd Klisch zu bedenken.

Um den Freiwilligen das nötige Rüstzeug für ihre Aufgabe mitzugeben, wurden von Seiten der Caritas Schulungen für Freiwillige angeboten.

Weiters haben MentorInnen eine tragende Rolle bei der Integration von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. 121 jugendliche Flüchtlinge leben derzeit in Wohngemeinschaften der Caritas für unbegleitet minderjährige Flüchtlinge, 32 Frauen und Männer sind als MentorInnen aktiv und übernehmen eine Patenfunktion, integrieren die „Jungs“ in ihren Familien und unterstützen sie bei der Anpassung an das Leben hier in Vorarlberg.

In vielen Fällen ist es dem Netz der Freiwilligen auch zu verdanken, dass Wohnraum gefunden werden konnte und die Chance auf einen Job zur Probe geboten werden konnte.

 

Nach wie vor Bedarf an Wohnungen

Nach dem positiven  Asylbescheid ist die Suche nach einer eigenen Unterkunft ein nächster, wichtiger Schritt. Derzeit leben 580 Personen in Quartieren der Grundversorgung und sind auf der Suche nach einem eigenen Dach über dem Kopf. Wohnraum wird daher weiterhin dringend benötigt.

Durch die Arbeit der Caritas-Beratungsstelle „Existenz & Wohnenwurden 1.470 bleibeberechtigte Menschen mit positivem Asylbescheid beraten und begleitet – rechnet man hier die im Land lebenden Familienmitglieder hinzu, wurden 3.150 geflüchtete Menschen erreicht. Für 634 Menschen konnte durch die Beratungsstelle Wohnraum gefunden werden, insgesamt wurden über 150 Wohneinheiten für Familien und Einzelpersonen vermittelt.

Für 2017 lautet die Herausforderung, circa 300 weitere Wohneinheiten für Menschen, die noch in der Grundversorgung leben, zu organisieren.

 

Integration am Arbeitsmarkt

Es ist ein großer Wunsch der Flüchtlinge möglichst rasch eine Arbeit aufzunehmen und ein eigenes Einkommen zu haben. Der Fachbereich „Arbeit & Qualifizierung“ der Caritas bietet mit „start2work“ ein maßgeschneidertes Angebot.

Wichtigste Voraussetzung für die Vermittlung in den Arbeitsprozess sind dabei entsprechende Deutschkenntnisse – rund 200 Frauen und Männer wurden dafür in Kursen auf „Deutschniveau A2“ qualifiziert. In Einzel- und Gruppen-Coachings wurden 175 Menschen bis Ende November 2016 auf das spätere Arbeitsleben vorbereitet. Von ihnen fanden bislang 90 Arbeit in einem Vorarlberger Unternehmen.

Selbstverständlich bleibt auch das Jahr 2017 nicht ohne Herausforderungen:

Eine solche stellt gerade die möglichst ausbildungs- und kompetenzadäquate Vermittlung von Männern und Frauen dar, so dass sie ihr Wissen und ihre mitgebrachten Fähigkeiten in Vorarlberg einbringen können. Start2work wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, dem Land Vorarlberg und der Caritas Vorarlberg finanziert.

 

Sie möchten helfen?

  • Durch das Vermieten einer Wohnung: Objektmanagement der Caritas, T 05522/200-1221, wohnungen(at)caritas.at
  • Durch die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes: Fachbereich Arbeit & Qualifizierung, T 05522/200-1520,  carla(at)caritas.at