Von der Vision zur Wirklichkeit

13.02.17 / 13:48

Dank enormem Rückenwind aus Vorarlberg konnte in der armenischen Stadt Gyumri ein Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung errichtet werden, das völlig neue Maßstäbe in der Betreuung und Förderung setzt. Die Leiterin des Hauses, Tigranuhi Akopyan war diese Woche zu Gast in Vorarlberg, um Sponsoren, Förderer und Freiwillige über die Entwicklung des Hauses zu informieren.

 

Am Anfang stand die Vision, dass auch in Armenien Kinder mit verschiedenen Behinderungen gefördert werden, ihre Potentiale entwickeln und sich selbst verwirklichen können. Eine Vision, die neben der Caritas Armenien auch von der Caritas Vorarlberg sowie Reiseunternehmer Emil Nachbaur getragen wurde. Er schaffte die finanzielle Grundlage für das Projekt, das vor gut einem Jahr eröffnet werden konnte. Rund hundert Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren erhalten dort verschiedenste Therapien, es gibt auch regelmäßige Austauschgruppen für Eltern und psychologische Betreuung. „Es ist ein Zentrum, das getragen wird von Hoffnung, Liebe, Respekt und das so viel Wärme ausstrahlt. Das sieht man in den Gesichtern der Kinder“, erzählt Tigranuhi Akopyan.

 

„Wir konzentrieren uns nicht darauf, was die Kinder nicht können, sondern darauf, was sie können“, so die Leiterin des Hauses. Wegweisend in einer Region, in der Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft nur sehr wenig anerkannt sind, ist auch der Inklusions-Gedanke, der durch und durch gelebt wird. „55 Kinder unseres Hauses gehen in integrierte Schulklassen. Wir sind auch immer wieder im öffentlichen Hallenbad oder bei Ausstellungen im Museum der Stadt.“ Manchmal seien sie dabei durchaus auch auf Ablehnung gestoßen. „Aber wir gehen hin, bis es irgendwann selbstverständlich ist“, gibt sich die quirlige Direktorin kämpferisch.

 

Auch wenn die Einrichtung von „Emils Kleiner Sonne“ kaum Wünsche offen lässt, so ist das Zentrum noch nicht fertiggestellt. Freiwillige – allen voran der Lecher Bernd Fischer, der schon die Bauleitung übernommen hatte – nehmen heuer im Sommer den „Therapieraum Garten“ in Angriff. „Wir planen unter anderem rollstuhlgerechte Wege sowie einen Obst- und Beerengarten, um einen Teil unserer Ausgaben selbst zu erwirtschaften.“ Apropos Kosten: 32 MitarbeiterInnen sind in „Emils Kleine Sonne“ beschäftigt, rund 30 Freiwillige ergänzen das Team. Ein Monatslohn für einen Therapeuten beträgt 500 bis 600 Euro brutto. Kosten, die momentan von der Caritas Vorarlberg mit Spenden aufgebracht werden müssen. Robert Moosbrugger, Projektleiter der Caritas Auslandshilfe für Armenien, ist zwar in Verhandlung, dass diese Kosten künftig vom Staat Armenien übernommen werden, noch ist aber „Emils Kleine Sonne“ dankbar für jeden Spendeneuro. Deshalb kommt auch ein Großteil der momentan laufenden Kinderkampagne der Caritas diesem Projekt zugute.

 

Spendenkonto: Raiffeisenbank Feldkirch IBAN AT32 3742 2000 0004 0006
Kennwort: Kinder in Not 2017

  • Der erste „Geburtstag“ von Emils Kleiner Sonne wurde im Zentrum groß gefeiert.

  • Caritasdirektor Walter Schmolly und der Projektverantwortliche für Armenien, Robert Moosbrugger, im Gespräch mit Direktorin Tigranuhi Akopyan.

  • Hundert Kinder mit Beeinträchtigung erfahren im Förderzentrum Geborgenheit und Hilfe.