„Zwei Stunden, die bereichern“

28.04.17 / 10:35

Mit den Hospiz-Cafés bietet die Caritas Vorarlberg regelmäßig Raum und Zeit, um sich über die elementaren Fragen des Lebens auszutauschen. So auch beim jüngsten Hospiz-Café im Bludenzer „Eichamt“.

 

„Leiden lindern“ lautete das Thema des Abends und spätestens nach dem Impulsvortrag von Dr. Matthias Szalay von der Palliativstation Hohenems war klar: „Leiden widerfährt jedem Menschen, das ist von Geburt an klar.“ Zu unterscheiden gelte es aber zwischen Leiden und Schmerz. In der Arbeit in der Palliativstation seien die unterschiedlichen Dimensionen von Leid und Schmerz alltäglich. „Es gibt Menschen, die zwar körperliche Schmerzen haben, dies aber nicht als Leid empfinden.“ Als gegensätzliches Beispiel nannte der Mediziner einen alten Menschen, dem der Führerschein entzogen wird. „Das verursacht zwar keine körperlichen Schmerzen, kann aber durchaus als großes Leid empfunden werden, weil viel Freiheit verloren geht.“ In der Praxis begleite man die Patientinnen und Patientin oft auf dem Weg, ihren Lebensweg auch mit Schmerzen, die nicht therapiert werden können, zu gestalten. Die Natur könne hier auch Vorbild sein, nannte Matthias Szalay die Tierwelt: „Verliert ein Tier ein Bein, hadert es nicht lange und bewegt sich auf drei Beinen weiter.“

 

In kleiner Runde wurde in Folge diskutiert, wie jeder einzelne mit dem Leid anderer umgeht. Fazit: Auch hier gibt es keine generelle Antwort, Schmerz, Leid und Mitleid sind subjektiv. „Wer einen Sinn im Leben hat, erträgt auch größte Schwierigkeiten“, zitierte ein Besucher Psychoanalytiker Viktor Frankl. Ein großes Potential liege sicherlich darin, zu wissen, dass man nicht alleine ist, so die Erfahrung vieler Gesprächs-TeilnehmerInnen.

 

Im Herbst lädt Hospiz Vorarlberg zu einem weiteren Hospiz-Café ins Bludenzer „Eichamt“ (Platz Borgo Valsugana 1), genauer gesagt am Dienstag, 3. Oktober, von 18 bis 20 Uhr. Das Thema des Abends: „Kann man Sterben lernen?“ „Im Gegensatz zum Bildungs- und Vortragsformat, geht es in erster Linie darum, ein Forum zu bieten, sich in einer anregenden Umgebung über diese Themen persönlich auszutauschen. Eingeladen sind alle, die sich mit den eigenen Lebensfragen auseinandersetzen möchten“, hofft der Leiter von Hospiz Vorarlberg, Dr. Karl Bitschnau, auf reges Interesse.