„Leben bis zuletzt!“

04.05.17 / 14:17

„Sterbende sind vor allem eines: Lebende bis zuletzt!“ Nach diesem Grundsatz knüpft Hospiz Vorarlberg seit vielen Jahren ein engmaschiges Netz für Menschen am Ende ihres Lebens. Das Angebot steht dabei allen Betroffenen und Angehörigen offen – unabhängig von Religion, Nationalität und Alter.

 

Selten wird das Leben so intensiv gelebt wie am Ende des Lebens“, weiß Karl Bischnau, Leiter von Hospiz Vorarlberg. „Mit schwer erkrankten PatientInnen und deren Angehörigen ein Stück des Weges zu gehen – das ist das große Anliegen von Hospiz Vorarlberg.“ Hospiz-BegleiterInnen sind ehrenamtlich tätig und stehen im ganzen Land Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen sowie deren Angehörigen in einer schwierigen Lebensphase bei und unterstützen sie sowohl zuhause, im Pflegeheim oder Krankenhaus. Sie nehmen sich Zeit zum Zuhören und einfach Da-Sein.

 

Hospiz Vorarlberg kümmert sich aber auch um Kinder oder Jugendliche, die lebensbedrohlich erkrankt sind. „Wenn ein Kind, das gerade dabei ist, in diese Welt hineinzuwachsen, lebensbedrohlich erkrankt, macht das alle Beteiligten betroffen, ist beängstigend und lähmt“, weiß Hospizkoordinatorin Annelies Bleil. „Kinder haben spezielle Bedürfnisse. Aber auch das Empfinden, das Mitleiden und Miterleben der Krankheit und des Todes ist für jede Person anders, einmalig und unwiederbringlich. Wir gehen den Weg mit den Familien mit“, erläutert Annelies Bleil.

 

Die MitarbeiterInnen und Ehrenamtlichen von Hospiz Vorarlberg haben auch ein offenes Ohr für alle, die einen Menschen verloren haben. „Trauer braucht Raum, Zeit und Resonanz – oft mehr als die nähere Umgebung verstehen kann“, sagt Trauerkoordinator Benjamin Böttger. „Viele trauernde Menschen suchen deshalb das Gespräch und die  Möglichkeiten, ihre Trauer zu leben. Dabei kann der Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein. Hospiz Vorarlberg bietet deshalb regelmäßig Trauercafés – auch in Krumbach - Seminare und Vortrage an, bei Bedarf werden auch Einzeltrauerbegleitungen angeboten. Speziell für Kinder gibt es eigene Kinder-Trauertreffs. Alle Infos und Termine sind auf der Homepage unter www.caritas-vorarlberg.at/hospiz zu finden.

 

Mit dem Schaffen eines stationären Hospiz mit zehn Betten wird ein weiterer, wichtiger Mosaikstein in der Hospiz- und Palliativversorgung in Vorarlberg gelegt.  Mit dem Umbau für das „Hospiz am See“ wurde bereits begonnen. Vor kurzem erfolgte die Grundsteinlegung. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan und werden voraussichtlich zum Jahreswechsel 2017/18 mit dem Betrieb des Hospiz am See starten“, informiert Karl Bitschnau, Leiter von Hospiz Vorarlberg.

 

In allen Regionen des Landes sind über 200 Frauen und Männer freiwillig tätig. Über 25.000 Stunden standen sie im vergangenen Jahr im Einsatz. Freiwillige sind immer willkommen. Nähere Infos erhalten Sie gerne bei Hospiz Vorarlberg.