Kunst als heilsamer Zugang

06.07.17 / 14:02

Schauplatz Kunsthaus Bregenz. Es wird höchst konzentriert „gewerkelt“, elf jugendliche Flüchtlinge aus der Caritas-Wohngemeinschaft „Haus Said“ arbeiten gemeinsam mit dem Kunstpädagogen Marco Ceroli an großformatigen Bildern. Mit bemerkenswerten Ergebnissen, wie die fertigen Werke zeigen.

 

Als Motto für die Workshops wurde „Grenzen der Belastbarkeit – Belastbarkeit der Grenzen“ gewählt.Die Idee hinter diesen Bildern war eigentlich die geradlinigen, vermeintlich perfekten Strukturen der europäischen Gesellschaft aufzulösen durch etwas Neues und Unförmiges. Es sollte bewusst provozieren und die Frage aufwerfen, wo unsere Toleranz liegt. Den Jungs war es aber sehr wichtig, ihre Bilder geradlinig und verständlich zu gestalten. Trotzdem ist das Ergebnis bemerkenswert“, zeigt sich Kunstpädagoge Marco Ceroli beeindruckt. Die Arbeit mit geflüchteten Menschen ist für ihn eine besondere: „Ich habe schon oft erlebt, dass österreichische Jugendliche vermehrt glauben, alles zu wissen und sich nicht helfen lassen. Die Jugendlichen aus dem Haus Said habe ich in diesem Punkt viel achtsamer empfunden. Sie verstehen, dass sie sehr viel lernen können und nehmen das Angebot sehr dankend an. Sie schätzen meine Erfahrung sehr, was das Arbeitet mit ihnen sehr angenehm gestaltet.“

 

Mein Bild – ein Geschenk

 

„Das künstlerische Schaffen bewirkt sehr viel Positives, die Jungs blühen bei der Arbeit regelrecht auf und sind stolz auf ihre Bilder“, berichtet Lukas Müller, der die Jugendlichen bei den Workshops begleitete. Im Gespräch mit den jungen Burschen bestätigt sich dies: „Ich finde mein Bild sehr schön und bin sehr stolz darauf. Ich wollte unbedingt eine Mutter mit einem Baby malen, weil das ein Symbol für die Liebe auf der ganzen Welt ist“, erzählt etwa Jelani Naseri.“ Sichtlich stolz ist auch Aminullah Safi. „Ich freue mich, dass mein Bild bei einer Ausstellung gezeigt wird. Ich möchte noch meinen Namen darauf schreiben, dass alle Leute sehen können, wer es gemalt hat.“ „Vielleicht möchte sogar jemand mein Bild kaufen“, sähe Ehsanullah Niazi darin eine Bestätigung seiner Arbeit. Für Herbst dieses Jahres wird übrigens eine kleine Ausstellung angedacht. Nicht vergessen möchte Margaritha Matt auch den Dank an all jene UnterstützerInnen, die den Kunst-Workshop erst möglich gemacht haben: Die Kulturabteilung des Land Vorarlberg, die „Ärzte-Combo Comfortably Numb“, Kiwanis Bludenz-Rätikon sowie zahlreiche private Förderer.