Freiwilliges Integrationsjahr: Wichtiges Projekt zieht erste Bilanz

14.07.17 / 09:50

Das Freiwillige Integrationsjahr bietet anerkannten Flüchtlingen, welche erst noch das erforderliche Sprachniveau für einen Arbeitseinstieg erwerben müssen, die Möglichkeit, sich intensiv sozial zu engagieren, Sprachkenntnisse zu festigen und sich zugleich mit unseren Arbeitswelten vertraut zu machen. Vor knapp einem Jahr starteten erstmals 16 TeilnehmerInnen in Vorarlberg, die nun im Rahmen einer Anerkennungsfeier ihre Erfahrungen vorstellen. Die Gesamtbilanz fällt dabei sehr positiv aus.

 

Die Soziale Berufsorientierung Vorarlberg (SBOV) betreut in Kooperation mit dem Vorarlberger Gemeindeverband, dem Land Vorarlberg und dem AMS dieses freiwillige Integrationsjahr für bleibeberechtigte Flüchtlinge im Sozialbereich. Sie bringt dabei das Kooperationsnetz mit sozialen Einrichtungen ein und die jahrlange Erfahrung in der Betreuung von TeilnehmerInnen des freiwilligen Sozialjahres.

 

Wieder zurück ins Arbeitsleben finden

Zwölf Männer und vier Frauen haben im vergangenen Jahr in verschiedenen sozialen Einrichtungen und bei Gemeinden praktische Erfahrung gesammelt. Dazu waren sie wöchentlich rund 20 Stunden unentgeltlich im Einsatz und besuchten zusätzlich einmal pro Woche einen Begleitkurs. In ihrer ehemaligen Heimat Syrien und dem Irak hatten sie als Chemiker, Finanzmanager oder Psychologen eine sehr gute Ausbildung, hier in Vorarlberg gilt es nochmals neu Fuß zu fassen. Im Rahmen des Freiwilligen Integrationsjahres waren die asylberechtigten und subsidiär schutzberechtigten Menschen nun unter anderem in Senioren- und Pflegeheimen, bei der Caritas und beim Institut für Sozialdienste, in der Offenen Jugendarbeit, der Lebenshilfe sowie der im sozialen Bereich von Städten und Gemeinden tätig. Einmal wöchentlich war Seminartag angesagt, auch hier war sehr viel Abwechslung und entsprechend viel Neues für die geflüchteten Menschen dabei.

 

Wie Vorarlberg „tickt“

„Vom Erste-Hilfe-Kurs, über den Werte- und Orientierungskurs des österreichischen Integrationsfonds, Berufsorientierung, Sprach- und Bewerbungstrainings und dem Besuch einer Landtagssitzung bis hin zu Exkursionen, etwa zum Landesvolksanwalt oder ins Vorarlberg Museum“, erzählt Caritas-Mitarbeiterin Michaela Mathis, die die Seminare begleitete, vom vielfältigen Angebot. Ihre Bilanz nach einem Jahr fällt sehr positiv aus. „Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben persönlich stark profitiert und viel Erfahrung gesammelt. Ihre Deutsch-Kenntnisse wurden wesentlich verbessert, sie lernten die Kultur in ihrer neuen Heimat kennen und haben einen guten Einblick in die verschiedenen sozialen Angebote bekommen. Das erhöht auch ihre Chancen am Arbeitsmarkt.“ Besonders erfreulich: Drei TeilnehmerInnen werden nach ihrem Freiwilligeneinsatz sogar von ihrer Arbeitsstelle als fixe MitarbeiterInnen übernommen. Ein gutes „Zeugnis“ stellten auch die TeilnehmerInnen nach Abschluss des Freiwilligen Integrationsjahres aus. „Die AbsolventInnen haben das Jahr als sehr bereichernd empfunden.“ Das Ziel des Freiwilligen Integrationsjahres wurde auch aus Sicht aller Partner erreicht: Das Erleichtern von sozialer und beruflicher Integration. Dazu überreichten nun im Rahmen einer Feier im Dornbirner „Kolpinghaus“ Landesrätin Katharina Wiesflecker namens des Landes und Christa Schweinberger für das AMS den AbsolventInnen Anerkennungsurkunden.