Mit großen Ideen nach Äthiopien – um viele Erfahrungen bereichert wieder zurück

01.08.17 / 10:36

„Es war unglaublich. Viele Momente werden mir immer in Erinnerung bleiben, vor allem die Freundschaften, die wir geschlossen haben. Afrika kann nicht erzählt werden, Afrika muss man erleben.“ Jana Berchtold ist eine von elf JugendbotschafterInnen der Caritas Auslandshilfe, die nach zwei intensiven Wochen in verschiedenen Projekten in Äthiopien nun wieder zurück in der Heimat sind. Im Gepäck weit über 2.000 Fotos und noch mehr prägende Eindrücke.

 

Neben dem Austausch mit äthiopischen Jugendlichen setzten die Vorarlberger JugendbotschafterInnen auch drei konkrete Projekte um – diese wurden im Vorfeld von ihnen ausgewählt und geplant, Fundraising-Aktionen sowie eine Crowdfunding-Aktion durchgeführt, um die Vorhaben auch finanzieren zu können und Vorbereitungs-Workshops zu verschiedenen Themen durchgeführt. Jugendbotschafterin Lea Fellacher erklärt das Mango-Projekt: „Die Mangobäume stellen für die 60 Familien, die bisher welche erhalten haben, eine gute Lebensgrundlage dar: Die Bäume sind robust und tragen viele Früchte. Auf für die Spender aus Vorarlberg ist es schön zu sehen, wie `ihre´ Mangobäume mit den angebrachten Namensschildern wachsen“, erklärt sie.

 

Lilli Deutsch erklärt ein weiteres Projekt, das für Mädchen große Vorteile bringt: „Die Fehlzeiten auf Grund mangelnder Materialen bezüglich Monatshygiene sehr oft in der Schule. Wir haben einerseits Workshops mit den Mädchen vom Girls Hostel in Meki verstehen sowie den Mädchen von der Catholic High School abgehalten, damit sie ihren Körper besser verstehen und ihnen auch vermittelt, wie diese Stoffbinden genäht werden. Um `Hilfe zur Selbsthilfe´ zu ermöglichen, haben wir auch Nähmaschinen gekauft, so hat das Projekt auch künftig Bestand.“ Lilli Deutsch ist stolz darauf, „dass Mädchen so die gleichen Chancen auf Bildung haben, wie die Jungen.“

 

Auch hier wurde viel Vorarbeit in Vorarlberg geleistet, die Workshops vorbereitet und UnterstützerInnen gesucht. „Neben vielen Privatpersonen und Firmen haben uns auch Schulen – etwa die HLW Marienberg. HLW Rankweil und die HTL Bregenz sehr stark unterstützt“, nutzt auch die Projektleiterin der JugendbotschafterInnen, Nicole Kantner die Gelegenheit, ein herzliches „Danke“ auszusprechen.

 

Bleibt noch das dritte Projekt, das in Graba Fila im Süden Äthiopiens umgesetzt wurde. „Unser Projekt `Jedem Po sein Klo´ hatte einerseits das Ziel, Toiletten für eine Schule zu finanzieren; zusätzlich dazu wurden Tippi-Taps, das sind wassersparende Handwaschanlagen, gebaut und ein Reinigungsplan erstellt“, erzählt Jugendbotschafterin Jana Berchtold. „Gemeinsam mit den Nico-Club-Members, bemalten wir die Wände auch mit plakativen Zeichnungen, durch die wir die Schüler zuvor  in einem Workshop über die Bakterien aufklärten, die sie durch einfaches Händewaschen unschädlich machen können. Von den Toiletten, die durch Crowdfunding in Vorarlberg finanziert wurden, profitieren nun rund 450 Schülerinnen und Schüler.“

 

Sehr positiv fällt auch die Bilanz von Projektleiterin Nico Kantner von der Caritas Auslandshilfe aus: „Ich bin so stolz auf die Jugendlichen und auch darauf, dass es ihnen ermöglicht wurde, diese Auslandserfahrung in jungen Jahren zu machen. Auch die Kooperation mit den Jugendlichen vor Ort war sehr wertvoll.“ Selbstverständlich war die Reise nach Äthiopien auch ein beständiges Lernen: „Zeit spielte beispielsweise eine ganz neue Rolle. Es ging nicht unbedingt darum, das Ziel zu erreichen, sondern vielmehr akzeptieren zu lernen, dass man ohne großen Erwartungen mit der Zeit und den Begebenheiten vor Ort gehen muss.“ Und was besonders erfreulich war: „Sie haben entdeckt, dass es oft nicht große Dinge braucht, um etwas zu erreichen, sondern dass manchmal die Grundsteinlegung wichtig ist, aus der dann mehr wachsen kann.“

 

„Laber ned – tua was!“

Das Hauptziel der JugendbotschafterInnen ist es, möglichst viele (junge) Menschen mit den Kinderrechtsthemen  sowie den SDGs zu konfrontieren und auf Missstände aufmerksam zu machen. In vier Schwerpunkten – Schutz, Überleben, Entwicklung und Beteiligung – sensibilisieren sie  Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene,  und organisieren Aktionstage.


Projekt JugendbotschafterInnen der Caritas Auslandshilfe

Kontakt: Koordinatorin Nicole Kantner, T: 0664/2080451