Projekt "Matech" mit dem Europäischen Sprachengütesiegel 2017 ausgezeichnet

13.10.17 / 11:46

Eine Gruppe von Männern und Frauen unterschiedlicher Herkunft nehmen unter einem weißen Bogen auf einer Holzbühne das Sprachengütesiegel 2017 entgegen.

Es geht um Mathematik, Physik und auch Deutsch. Aber es geht nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um gegenseitiges Verstehen der jeweils anderen Kultur und auch um Integration. Hinter dem Projekt „Matech“ steht als treibende Kraft Marlis Schedler. „Ich gebe regelmäßig im Haus Said – einer Wohngemeinschaft für jugendliche Flüchtlinge der Caritas in Bregenz – Deutschkurse“, erklärt sie. „Im Kontakt zu den Jungs habe ich gemerkt, wie unterschiedlich ihr Bildungsniveau ist.“ Sie wollte sie fördern – jene, die auf Grund der Kriegswirren in ihrer Heimat vielfach die Schule nicht besuchen konnten gleichermaßen wie jene, die schon viel Wissen mit sich bringen und hier in Österreich eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich haben. Die engagierte Dozentin an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch setzte die Idee in die Tat um. Das ist nun mehr als ein Jahr her. Bis zu 25 jugendliche Flüchtlinge fuhren jeden Samstag-Nachmittag von Bregenz nach Feldkirch, um zu lernen. Unterrichtet wurden sie von Studierenden der Hochschule, die einen spannenden Unterricht vorbereiteten. „Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Jungs erhalten auf didaktisch sinnvolle Art Lernhilfe in verschiedenen Fächern, die Studierenden können sprachgerechten Fachunterricht live ausprobieren und sehen, wie wichtig es ist, neue Wörter vorzustellen und einfache Satzstrukturen zu verwenden“, erläutert Marlis Schedler. Der Fortschritt der erlernten Kompetenzen wird jede Woche abgefragt. „So haben die Lehrenden und die Flüchtlinge einen Überblick über ihren Leistungsstand.

Das Projekt „Matech“ wurde nun vor kurzem mit dem Europäischen Sprachensiegel ausgezeichnet. Unter den rund 60 Einreichungen konnte „Matech“ als eines der Leuchtturmprojekte überzeugen. In Graz konnte Projektinitiatorin Marlis Schedler gemeinsam mit Studierenden und Flüchtlingen die Auszeichnung entgegennehmen.  Den Preis sieht sie auch als Bestätigung für die Wichtigkeit des Projektes. „Durch die Begegnungen der Studierenden mit den jungen Flüchtlingen können Vorurteile abgebaut werden. Die Studierenden bekommen ein gutes Rüstzeug für die Arbeit in der bunten, vielfältigen Vorarlberger Schullandschaft. Und die Flüchtlinge eine gute Basis für ihren weiteren Bildungsweg“, freut sich Marlis Schedler.

Übrigens: Alle erstellten Materialien werden auf der Website www.deutsch4alle.at/matech zur Verfügung gestellt und können auch für andere Lehrende – nicht nur im Flüchtlingsbereich – eine wertvolle Unterstützung sein.