Stütze in stürmischen Zeiten

02.11.17 / 15:28

Vor fünf Jahren suchte Anna Wenger als Ausgleich zu ihrem Bürojob ein soziales Engagement. „Ich arbeitete im Krankenhaus und sah die soziale Not und auch Armut der Menschen, die hier mitten unter uns wohnen“, erzählt Anna Wenger. Das wollte sie nicht einfach so hinnehmen und entschied sich die Ausbildung als Sozialpatin der Caritas Vorarlberg zu absolvieren. Mitten in ihrer Ausbildung trat dann die Gemeinde an sie heran, ob sie einer jungen Alleinerzieherin, die sich überschuldet hat, zur Seite stehen möchte. „Ich mag Herausforderungen“, sagt sie, „darum habe ich mich auf diese Tätigkeit eingelassen.

Das Herz am richtigen Fleck

Es dauerte Tage, bis wir alle Rechnungen, Mahnungen und diverse Papiere ordneten“, erzählt die Sozialpatin. „Natürlich ging das nicht ohne professionelle Hilfe durch die Schuldenberatung.“ Zwischenzeitlich hat es die junge Frau geschafft. „Es gab immer wieder Rückschläge, aber im Großen und Ganzen überwogen die Lichtblicke“, berichtet die Sozialpatin. „Denn die junge Frau hat das Herz am richtigen Fleck und steht für ihr Kind mit ganzem Herzblut ein. Alles, was ich von ihr verlangte war, dass sie ehrlich zu mir ist und sich nicht einfach zurücklehnt.“ Diesen Einsatz hat Anna Wenger nach zweieinhalb Jahren beendet. „Mit einem guten Gefühl“, wie sie betont. „Die junge Mama macht ihren Weg. Ich habe sie in einer schwierigen Lebensphase ein Stück weit an der Hand genommen und konnte dazu beitragen, dass sich ihr Leben nachhaltig verändert.

Geduld & Offenheit

Harte Zeiten hatte die inzwischen 52-jährige Frau auch selber durchgemacht, als sie mit ihrem kleinen Sohn nach der Trennung von ihrem Mann vor dem Nichts stand.  Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. „Ich bin wieder glücklich verheiratet und auch mein Sohn macht seinen Weg“, sagt sie. „Nicht jeder hat dieses stabile Umfeld, aber als Sozialpatin kann ich Menschen in schwierigen Zeiten begleiten. Den Weg selber muss aber jeder eigenständig bewältigen.“ Was muss eine gute Sozialpatin nach ihrer Meinung für Eigenschaften mitbringen? „Geduld und Offenheit sind sehr wichtig“, sagt sie. „Wichtig ist auch, zu sehen, was schon geschafft ist und dabei den Blick vorwärts nicht aus den Augen zu verlieren.

Ausgleich zu ihrem sozialen und beruflichen Engagement  findet die Weilerin bei ihrer Familie und bei Freunden, aber auch an ihrem Lieblingsort in Südtirol. „An diesem speziellen Ort schöpfe ich Kraft für die Anforderungen, die das Leben so stellt“, erzählt Anna Wenger.

 

Über die Möglichkeiten sich für andere Menschen zu engagieren, erzählen Freiwillige im Rahmen des nächsten Infoabends am Dienstag, 14. November, um 18 Uhr in Feldkirch im Caritashaus, Wichnergasse 22.