Der Umsichtige

15.12.17 / 08:00

Not sehen und handeln. Mit großem Engagement und Innovationsgeist prägt Dr. Walter Schmolly seit zwei Jahren als Caritasdirektor die soziale Landschaft in Vorarlberg und ist „Stimme“ für jene Menschen, die sonst nicht gehört werden.

Weekend: Weihnachten steht vor der Tür. Was beschäftigt Sie im Blick auf Weihnachten?

Walter Schmolly: Advent und Weihnachten sind die Zeit der großen Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Geborgenheit, nach Beziehung. Die Schattenseite davon ist, dass es für diejenigen Menschen in dieser Zeit besonders schwer ist, die das Gefühl haben, nicht wirklich dazugehören, die einsam und überfordert sind. Zugleich gibt es auch ganz viele Menschen, die an Weihnachten denen etwas geben wollen, denen es nicht gut geht. Wo Menschen für einander da sind, ist für mich Weihnachten.

Weekend: Woher schöpft man die Kraft, um tagtäglich Familien in Notlagen zur Seite zu stehen?

Walter Schmolly: Das Bemühen um eine bessere und gerechtere Welt ist mir wohl ein bisschen in die Wiege gelegt. Und ich erfahre es auch immer wieder als schön und sinnstiftend, Menschen beizustehen, die Unterstützung brauchen.

Weekend: Was antworten Sie Menschen, die ein „Österreich zuerst“ fordern?

Walter Schmolly: Da muss man nur Weihnachten sprechen lassen. Die Botschaft der Heiligen Nacht ist so einfach wie klar: „Friede und ein erfülltes Leben für alle Menschen dieser Welt.“ Wir brauchen uns vor der Zukunft nicht fürchten, im Miteinander liegen große Chancen.

Weekend: Eine der aktuellen Innovationen der Caritas ist der neu eröffnete carla Store in Bludenz.  Was bedeutet Ihnen diese Neueröffnung?

Walter Schmolly: Der carla Store in Bludenz bietet eine große Auswahl an Kleidern, Möbeln und Allerlei – alles second hand. Eine wahre Fundgrube für SchnäppchenjägerInnen und für Konsumbewusste. Aber carla second hand ist mehr als einfach nur second hand. Der carla Store Bludenz bietet Arbeitsplätze für Menschen, die sich am Arbeitsmarkt schwer tun, stiftet ökologischen Nutzen und hilft Menschen mit kleinen Haushaltsbudgets.

Weekend: Wie halten Sie es mit Geschenken an Weihnachten?

Walter Schmolly: Entscheidend ist für mich, dass Geschenke Ausdruck der Beziehung sind und von Herzen kommen. Manchmal ist es in unserer Wohlstandswelt gar nicht einfach, etwas zu schenken, das Freude macht. Ich greife gerne auch auf die „Schenken mit Sinn“-Angebote der Caritas zurück. Die Freude, dass ein Geschenk auch noch jemand anderem hilft, ist bei den Beschenkten immer wieder groß.

Weekend: Welchen persönlichen Wunsch haben Sie für das Jahr 2018?

Walter Schmolly: Am meisten wünsche ich mir, dass es mir immer wieder gelingt, aufmerksam zu sein, mich vom Leben berühren zu lassen und an der richtigen Stelle Verantwortung zu übernehmen.